Vortrag: „Auschwitz darf sich nicht wiederholen“

Alexandra Schaller

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Kein Entkommen: Die doppelt gesicherte Umzäunung und Wachturm im Stammlager Auschwitz I. - © Archivfoto: Silke Buhrmester
Kein Entkommen: Die doppelt gesicherte Umzäunung und Wachturm im Stammlager Auschwitz I. (© Archivfoto: Silke Buhrmester)

Detmold. Nicht erst seit dem Fall der Mauer 1989 ist der 9. November ein geschichtsträchtiger Tag. Auch das Ende des deutschen Kaiserreiches 1918 oder die Reichspogromnacht 1938 fallen auf dieses Datum.

Jean-Louis Pawellek hat das letztere Ereignis zum Anlass genommen, zu seinem Vortrag „Todesfabrik Auschwitz" ins Felix-Fechenbach-Berufskolleg einzuladen. Und nicht nur Landrat Dr. Axel Lehmann und Historiker Frank Huismann waren seiner Einladung gefolgt. Letzterer hatte auf der Wewelsburg die Ausstellung „Ideologie und Terror der SS" kuratiert. Auch gut 200 Schüler hatten in der kleinen Turnhalle Platz genommen, um dem 18-Jährigen zu lauschen.

Information

Persönlich

Jean-Louis Pawellek ist 1998 geboren und kommt ursprünglich aus Hannover. Derzeit lebt er in Horn-Bad Meinberg. Am Felix-Fechenbach-Berufskolleg macht er seine Ausbildung im Bereich Kinderpflege. Sein geschichtliches Interesse wurde bereits früh durch Museumsbesuche geweckt.

Fast schon unheimlich still wurde es, als Pawellek von seinem Besuch im Konzentrationslager in den Herbstferien berichtete. Der Gang über den Appellplatz, durch die Unterkünfte der Häftlinge, die dort eingepfercht auf engstem Raum hausen mussten. Die Überreste der Gaskammern – Kratzspuren an den Wänden. Die Krematorien. Die kilometerlangen Stacheldrahtzäune. Und dabei immer das Wissen, dass hier etwa 1,5 Millionen Menschen den Tod gefunden haben.

Jean-Louis Pawellek - © Alexandra Schaller
Jean-Louis Pawellek (© Alexandra Schaller)

Zahlreiche aktuelle und historische Fotografien unterstrichen dabei noch das Grauen: völlig abgemagerte Körper, Berge an Haaren, Schuhen und Brillen, die die Gefangenen bei der Inhaftierung abgeben mussten und die heute noch zu sehen sind.

„Stellt euch vor, ihr müsstet zur Strafe eine Woche lang stehend in einer Kammer verbringen", war da noch ein harmloses Beispiel für die von den Nationalsozialisten verübten Gräueltaten.

1940 ist Auschwitz vom Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, errichtet worden. „So zentral wie möglich, um von allen Seiten Menschen aus Europa dorthin deportieren zu können." Die Gleise von damals sind noch heute an das Streckennetz angebunden. Über das seinerzeit die Einen ins Arbeitslager – die Anderen direkt in die Gaskammer geschickt wurden.

„In nur 15 Minuten hat man 2.000 Menschenleben auf einmal ausgelöscht", erläutert Pawellek. Die Ausmaße sind heute kaum mehr vorstellbar. Und doch warnen sowohl Pawellek als auch der Landrat: „Auch in unserer Gesellschaft gibt es heute wieder Radikale. Auschwitz muss aufzeigen, was sich nie mehr wiederholen darf."

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