200 junge Zuhörer erleben Poetry Slam im Dietrich Bonhoeffer-Berufskolleg

Sven Koch

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Großes Publikum: Die Teilnehmer der Poetry-Slam-Workshops setzen sich mit vielfältigen Themen auseinander. - © privat
Großes Publikum: Die Teilnehmer der Poetry-Slam-Workshops setzen sich mit vielfältigen Themen auseinander. (© privat)

Detmold. Das Gemeinschaftsprojekt „Kunst und Kultur am Berufskolleg“, das vom Felix Fechenbach- und vom Dietrich Bonhoeffer-Berufskolleg (DBB) ins Leben gerufen wurde, hatte zum ersten Detmolder Kolleg-Slam eingeladen. 200 Zuschauer waren dabei.

Nach einem zweitägigen Workshop mit den beiden Poetry Slam-Profis Karsten Strack und Marc-Oliver „Katze“ Schuster, in dem Schüler beider Schulen im kreativen Schreiben unterrichtet wurden, ging es in der DBB-Mensa auf die Bühne. Schon in den Workshops entdeckten einige Teilnehmer laut Pressemitteilung ein bemerkenswertes Schreibtalent, das bisher wohl nur als gut behütetes Geheimnis in ihnen schlummerte.

So wurden mit der eigenen Herkunft verbundene kulturelle Besonderheiten in pointierte „Punchlines“ verpackt, die unmittelbar nach dem Schreibstart auftretende Schreibblockade in Lyrik- und Prosaform veranschaulicht oder die aktuelle politische Situation in mathematischen Formeln (Martin Rellmann) dargestellt.

Anschließend wagten sich 13 Schüler beider Berufskollegs mit ihren selbst verfassten Texten auf die Bühne. Dort wurde es politisch, lyrisch, lustig und bisweilen sehr persönlich. Es ging um gekünstelte Facebook-Schönheiten (Georgina Kapp und Sabrina Fricke), das Konsumieren von bitteren Pillen (Steven Rausch) und süßem „Wein am Rhein“ (Dominik Höß), die „Merkel-Raute“ (Bernd Retzer) sowie das „Verfolgt-Sein“ (Regina Tiessen) oder auch um Schulnoten (Lena Giesbrecht), die Fremdenfeindlichkeit im Alltag (Denis Luft) oder eigenen Dämonen, die mittlerweile abgehängt wurden (Mika Schmidt). Dass man sogar die vermeintliche Ideenlosigkeit beim Schreiben in einen guten Slam-Text verwandeln kann, stellte Jasmin Rott unter Beweis.

Eines hatten alle Bühnenneulinge gemeinsam: Ganz im Sinne des Projekttitels „Sprich dich aus“ hätten sie wirklich etwas zu sagen gehabt. Das zeigte nicht nur der Applaus nach jedem der Auftritte, sondern auch die durchgängig hohen Bewertungen der Jury, die den Auftrag hatte, die Gewinner des Nachmittags zu küren.

Am Ende setzte sich Tillmann Schriener mit seinem Plädoyer dafür, die Meinungen und Vorurteile der Anderen nicht zu ernst zu nehmen, knapp vor Gabriel Vockel und Calvin Schröder durch, die über den Unterschied von Freunden und Kumpels oder sich mit „Sich-selbst-Akzeptieren“ beschäftigten.

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