Britenviertel ist der Stadt Detmold zu teuer

Jana Beckmann

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Detmold. Die Entwicklung des früheren Britenviertels rund um die Siegfriedstraße, über die die Stadt Detmold und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben verhandeln, zieht sich hin. Grund dafür ist, dass es unterschiedliche Meinungen über den Wert der Gebäude gibt. Fünf Städte aus OWL haben deshalb nun eine Resolution verfasst.

„Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir nicht weiterkommen", erklärt Bürgermeister Rainer Heller, der nach wie vor einen Ankauf der Reihen- und Mehrfamilienhäuser mit 320 Wohneinheiten durch die Stadt erwägt. Ziel ist, einen Teil der Immobilien abzureißen und ein neues Quartier mit unterschiedlichen Wohnformen und Grünflächen zu entwickeln und somit zu verhindern, dass die Gebäude zu Spekulationsobjekten werden und ein neuer sozialer Brennpunkt entsteht.

Die Preisvorstellungen gehen laut Heller jedoch auseinander – die Differenz soll dem Vernehmen nach im unteren zweistelligen Millionenbereich liegen. Grund dafür seien unterschiedliche Bewertungsgrundlagen.

Die Stadt geht davon aus, dass die Nachnutzungskonzepte ausschlaggebend für den Preis sind und bezieht sich dabei auf einen Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestages von 2012. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) argumentiert dagegen mit dem jetzigen Gebäudebestand, den sie zur Wertermittlung heranzieht. „Dies führt zu einem erheblichen Mehraufwand beim Erwerb der Konversionsflächen und blockiert sinnvolle städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen", so Heller.

Deshalb ruft die Stadt zusammen mit Bielefeld, Gütersloh, Herford und Paderborn den Haushaltsausschuss an und fordert ihn dazu auf, als Grundlage für die Wertermittlung die künftige Nutzung festzusetzen und die Kommunen darüber hinaus in ihrer Planungshoheit zu stärken – ohne dass sie einen finanziellen Ausgleich zahlen müssen, weil die Siedlungen nicht mehr ihrem bisherigen Zweck als militärisch genutzte Wohnungen dienen. Die Bima geht derzeit davon aus, dass eine Nutzungsänderung beantragt werden muss und lässt dies über eine Feststellungsklage nun auch gerichtlich klären.

Eine weitere Forderung der fünf Kommunen an den Haushaltsausschuss bezieht sich auf Verbilligungen für den geförderten Wohnungsbau. Bislang, so Heller, könne die Bima Grundstücke dann unter dem eigentlichen Verkehrswert abgeben, wenn Geschossbauten mit mindestens acht Wohneinheiten entstehen sollen.

„Wir möchten, dass der Bund auch andere Flächen dafür freigibt", erklärt der Bürgermeister. Dann könne die Stadt nämlich die bereits vorhandenen Reihenhäuser zu gefördertem Wohnraum umwandeln und müsse keine neuen Geschosswohnungen bauen.

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