Kirchenasyl beendet: Georgische Familie darf vorerst bleiben

Astrid Sewing

Symbolfoto - © dpa
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Detmold. Die Kirchengemeinde Detmold-Ost hat einer georgischen Familie Asyl gewährt. Jetzt gibt es vorerst ein positives Ende: Die fünfköpfige Familie darf bleiben, bis ein Gericht darüber entscheidet, wie es weitergeht.

Die Kirchengemeinde gewährte der Familie seit Dezember 2016 Schutz vor der Abschiebung. Der Flüchtlingsbeauftragte der Lippischen Landeskirche, Dieter Bökemeier, nannte gesundheitliche Gründe sowie eine individuelle Gefährdung für die Familie in Georgien als Grund für das Asyl.

„Eine Abschiebung wäre lebensbedrohlich für die Familie gewesen." Der Asylantrag sei abgelehnt worden, allerdings halfen die Ehrenamtlichen dabei, eine Klage einzureichen. „Weil eine Abschiebung dennoch möglich war, wurde die Familie solange in einem Detmolder Gemeindehaus untergebracht", sagt Bökemeier.

Dem Ausländeramt sei das Kirchenasyl bekannt gewesen. Man habe eine Abmachung getroffen, dass zumindest die Kinder Schule oder Kindertagesstätten besuchen konnten. Für die Erwachsene allerdings gebe es wenig Freiraum. „Sie dürfen sich nur dort aufhalten, wo der Kirchenvorstand auch Hausrecht hat. Das ist meist das Gemeindehaus, und das Grundstück darum herum zählt auch dazu", erklärt der Flüchtlingsbeauftragte der Landeskirche.

Die Familie sei zwar vor der Abschiebung sicher, allerdings sei das Warten zermürbend. Um so erfreulicher sei es, dass das Gericht zugunsten der Familie entschieden hat. Bökemeier: „Wir haben Untersuchungsergebnisse vorgelegt, die eindeutig belegt haben, dass eine Abschiebung eine erhebliche Gefahr darstellt."

Das Gericht habe deshalb entschieden, dass die Familie ihre Gründe noch einmal vor Gericht vortragen können soll. „Dann erst wird endgültig klar sein, ob sie bleiben dürfen oder nicht", sagt Bökemeier. Das Kirchenasyl werde durch den Unterstützerkreis der Gemeinde begleitet. Er versorge die Flüchtlinge mit allem.

„Vom Staat gibt es dann gar nichts mehr, was bedeutet, dass die Kirchengemeinden auf Spenden angewiesen sind. Es ist eine sehr verantwortungsvolle Entscheidung, Kirchenasyl zu gewähren. Umso schöner ist es, wenn es positiv endet", sagt Bökemeier.

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