Darum verzögert sich der Bau des geplanten Fitness-Parks in Detmold

Sven Koch

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Turnen an Barren, Stangen und Leitern: Calisthenics ist eine Fitness-Art, bei der es um Kraft geht und den Einsatz des eigenen Körpergewichts. Eine entsprechende Anlage soll nun in Detmold gebaut werden. - © Daniel Kaiser
Turnen an Barren, Stangen und Leitern: Calisthenics ist eine Fitness-Art, bei der es um Kraft geht und den Einsatz des eigenen Körpergewichts. Eine entsprechende Anlage soll nun in Detmold gebaut werden. (© Daniel Kaiser)

Detmold. Nach den Ferien soll der Bau der Calisthenics-Sportanlage am Schulzentrum Mitte beginnen. 121.000 Euro kostet das Projekt – rund 41.000 Euro will die Stadt beisteuern. Den Rest bezahlt ein privater Sponsor, der die Idee zu der Anlage hatte.

Bereits im vergangenen Jahr waren die baurechtlichen Weichen gestellt und die Beschlüsse zur Finanzierung gefasst worden. Detmolds Baudirektor Bernd Zimmermann: „Die Baugenehmigung ist erteilt, aber es gab eine Verzögerung." Die sei darin begründet gewesen, dass die Firma gewechselt habe, die den Sportpark errichten wird. Es habe Abstimmungsbedarf gegeben. Es sei aber mit einem baldigen Beginn zu rechnen.

Calisthenics – auch „Street Workout" genannt – ist eine Form des Körpertrainings in öffentlichen Sportparks, ohne dass Mitgliedsgebühren für Fitnessclubs entrichtet werden müssen. Der Trend kommt aus den USA.

Die Anlagen bestehen im Wesentlichen aus Klimmzugstangen, Barren, Liegestütz-Stangen und Hangelstrecken sowie weiteren Trainingsbänken. Trainiert wird dabei mit dem Einsatz des eigenen Körpergewichtes. Die Stahlbauteile sollen verzinkt und damit gegen Vandalismus abgesichert werden. Die rund 400 Quadratmeter große Fläche wird laut Planungen der Stadt mit einem Fallschutzbelag aus Gummigranulat ausgestattet.

Die 41.000 Euro, die die Stadt beisteuern will, müssten übrigens ohnehin aufgewendet werden, um das Areal zurückzubauen – es war als Ausweichparkplatz während des Umbaus der Heinrich-Drake-Realschule genutzt worden. Das Ausweichen sei nun nicht mehr erforderlich, hatte es in der Erklärung zu dem Baubeschluss über die Sportanlage geheißen.

Und statt zum Rückbau könne man das Geld auch einsetzen, um die Fläche für den Bau einer Calisthenics-Anlage vorzubereiten. Die weiteren 80.000 Euro bezahlt dann der Sponsor, dem es ein persönliches Anliegen ist, „seiner" alten Stadt einen solchen Sportpark zu bauen. Er will unbekannt bleiben, stammt aber aus Detmold und lebt nun in den USA.

Zweimal jährlich will er die Anlage für Veranstaltungen selbst nutzen: In Calisthenics gibt es zum Beispiel internationale Meisterschaften. Während der restlichen Zeit soll das Areal jeden Tag bis Einbruch der Dunkelheit öffentlich genutzt werden können.

Hiesige Athleten, die bereits Freeletics im Umfeld des Schulzentrums Mitte betreiben, sind nach eigenen Angaben sehr daran interessiert, dass der Bau vorangeht und sie nicht länger für ihren Sport improvisieren müssen. Die Detmolder bereiten sich nach eigenen Angaben auf einen Wettbewerb vor: Am 27. August finde im Ahorn-Sportpark in Paderborn, wo es bereits eine große Calisthenics-Anlage gebe, eine „Strength Competition" statt.

Bei dem Stärke-Wettbewerb gehe es um Klimmzüge, Liegestütze und ähnliche Aktivitäten unter dem Einsatz von Zusatzgewichten. „Die Frage ist", freut sich ein Sportler, „welches Team ist das stärkste aus OWL?"

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Freeletics ist der neue Trend

Freeletics und Calisthenics sind ein Trend. Die Idee dahinter ist hingegen Jahrzehnte alt: Liegestütze, Hampelmänner, Kniebeugen und Sit-ups kennt jedes Kind – das gilt auch für das Stangenturnen beim Calisthenics. Die Renaissance dieser sportlichen Klassiker des Körperstählens ist mit dem Einsatz von Apps verbunden – und der Gedanke an 150 Liegestütze mit anschließendem Strecksprung macht schnell klar, wie gut sich mit dem eigenen Körpergewicht und ohne Einsatz von Hantelbänken im Bodybuildingstudio trainieren lässt.

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