Feuerwehr rettet Bürgermeister aus "brennendem" Detmolder Rathaus

André Gallisch

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Rettungsaktion auf dem Marktplatz: Mit der Drehleiter wird Bürgermeister Rainer Heller zusammen mit Anabell Schult aus dem Fenster des Büros des Kämmerers aus dem vermeintlich brennenden Rathaus gerettet. - © André Gallisch
Rettungsaktion auf dem Marktplatz: Mit der Drehleiter wird Bürgermeister Rainer Heller zusammen mit Anabell Schult aus dem Fenster des Büros des Kämmerers aus dem vermeintlich brennenden Rathaus gerettet. (© André Gallisch)

Detmold. Strahlende Sonne und blauer Himmel tauchen den Marktplatz in ein spätsommerliches Licht. Plötzlich zerreißen Martinshörner die Idylle. Ein Tanklöschfahrzeug, ein Rüstfahrzeug, ein Rettungs- und ein Einsatzleitwagen sowie die Drehleiter ziehen die Blicke der Passanten auf sich. Schon zuvor gespanntes Trassierband lässt aber ahnen, dass es sich hier um eine Vorführung während des „Tages der Feuerwehr" handelt.

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Fontänen am Wallgraben

Fontänen am Wallgraben



Während Kräfte mit Atemschutz durch den Haupteingang in das Rathaus vordringen, positioniert sich die Drehleiter vor dem Gebäude. Oben, aus einem Fenster des Büros des Kämmerers, blicken Bürgermeister Rainer Heller und Besucherin Anabell Schult.

Eine Rettung über die Treppen des Rathauses scheint für beide nicht mehr möglich. Schon senkt sich der Korb der für Rettungen aus bis zu 23 Meter Höhe geeigneten Drehleiter von oben zum Fenster herab. „Wir nähern uns immer von oben", erläutert Moderator Björn Kowalewski von der Löschgruppe Hiddesen. Sonst bestehe die Gefahr, dass Menschen in Panik versuchten, in den Korb zu springen. Dabei könne die Drehleiter umkippen.

Bürgermeister Heller hatte die zwölfjährige Anabell Schult zuvor während seines Rundgangs entlang der von den zehn Einsatzeinheiten selbst organisierten Rettungsvorführungen und Informationsständen getroffen. An über die Innenstadt verteilten Stationen hatten die rund 100 Kameraden der Detmolder Feuerwehr Höhenrettung mit dem Sprungkissen, Tiefenrettung aus Schächten und weitere Tätigkeitsfelder gezeigt.

Während die hauptamtlichen Kräfte, unterstützt vom Löschzug Mitte, den größten Teil des Tages als Grundschutz in der Hauptwache geblieben waren, präsentierten sie sich bei einer finalen Übung am späten Nachmittag auch auf dem Marktplatz. Dort galt es, eine eingeklemmte, verletzte Person aus einem Unfallfahrzeug herauszuschneiden.

Die überwältigende Resonanz begeisterte die Feuerwehr. In der Innenstadt hatten sie – im Gegensatz zu einem Tag der offenen Tür an der Hauptwache – auch Menschen angesprochen, die sich sonst nicht für die Feuerwehr interessieren. „Der Aufwand ist hier sogar geringer", sagte Jens-Ulrich Plöger.

Das organisatorische Drumherum, wie zum Beispiel das Catering, falle weg. Deshalb konnten sich die Einsatzkräfte besser auf die Darstellung ihrer Aufgaben konzentrieren.

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