Namika bringt die Fans an der Waldbühne zum Kreischen

Raphael Bartling

Waaaas?: „Ich kann euch nicht hören", sagt Namika und feuert das Publikum an der Waldbühne mit ihrer Geste an, lauter mitzusingen. - © Raphael Bartling
Waaaas?: „Ich kann euch nicht hören", sagt Namika und feuert das Publikum an der Waldbühne mit ihrer Geste an, lauter mitzusingen. (© Raphael Bartling)

Detmold. Stimmungsvoller Mix aus Pop, Hip-Hop, Rap, Reggae und Soul: Shootingstar Namika hat bei ihrem Konzert auf der Waldbühne am Hermannsdenkmal mit eindrucksvoller Vielseitigkeit entzückt. 999 Fans verfolgten den Auftritt der 26-jährigen Sängerin mit marokkanischen Wurzeln trotz unablässiger Regenfälle.

Bereits die ersten paar Zeilen des Intro-Songs schienen bei den allermeisten Besuchern das ungastliche Wetter vergessen zu machen. Begleitet von frenetischem Jubel und gehörigem Gekreische schneite Namika mit ihrer Musik-Crew zu „Na-Mi-Ka" auf die Bühne, um sich dem Publikum zunächst einmal musikalisch vorzustellen. „Wir wissen alle, dass das Wetter heute ist nicht unbedingt optimal ist. Aber wir sind ja nicht aus Zucker, sondern hierher gekommen, um Spaß zu haben", lautete die Botschaft der Künstlerin. Im Laufe des Abends bewies die „Lieblingsmensch"-Sängerin dann, dass sie mehr kann, als handelsübliche Pop-Kantaten nach „Schema F" zu trällern.

Von Gaming-Konsolen und Hubba-Bubba-Kaugummis

Namikas Texte sind wohl durchdacht, haben an den passenden Stellen mal mehr und auch mal weniger Tiefgang. Darüber hinaus sind sie optimal zum Mitsingen geeignet. Die abwechslungsreichen Melodien machen Lust auf mehr. „90s Kids" ist genau so ein Titel, der all das widerspiegelt. Es geht um Gaming-Konsolen, Super Mario und Hubba-Bubba-Kaugummis. „Was für eine schöne Zeit", singt Namika auf der Bühne und nicht wenige im Publikum dürften im Zuge dieser Erinnerungsauffrischung wohl dasselbe gedacht haben.

Eine ganze Reihe solcher Wohlfühl-Titel hatte sie in ihrem Konzertprogramm. Dass sie überdies auch Hip-Hop und Rap drauf hat, bewies Namika etwa bei ihren Darbietungen von „Wenn sie kommen" oder „Broke". Dabei blieb sie textlich immer salonfähig, überzeugte mit starker Stimme und launigen Refrains. Dass die Musikerin es versteht, ihre Fans zum Jubeln und Mitsingen zu bringen, zeigte sie immer mal wieder mit kleinen Einlagen. „Hey Yo" tönte es mit einem Mal etwa aus hunderten Kehlen von links nach rechts. An anderer Stelle brachte Namika ihre Fans kurzerhand dazu – ganz à la Stefan Raab – wie auf Knopfdruck zu kreischen.

Das Publikum rückt zusammen

Lauthals gesungen wurde im Publikum auch, als Namika endlich mit ihrem Chartstürmer „Lieblingsmensch" um die Ecke kam. In einem Akustik-Set sang sie zuvor noch das lässige „Coole Katze" und die Hip-Hop- und Rap-Balladen „Herzrasen" und „Nador", benannt nach dem Küstenstreifen, von dem Namikas Großeltern stammen: „Andere Freunde, andere Werte – aber das Herz schlägt gleich."

Vor der Bühne waren die Zuhörer unter ihren Regencapes und aufgespannten Schirmen längst eng zusammengerückt. Hunderte neongrün blinkende Leuchtstäbe flackerten im dunklen Nachthimmel. Die Wetterlage war zwar regnerisch. Die Stimmung im Publikum war dafür heiter bis ausgelassen. Mit ihrem Auftritt am Fuße des Hermannsdenkmals hat Namika ihren Detmolder Fans jedenfalls sichtlich Freude bereitet.

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