Räuber bricht 80-Jähriger die Finger

Erol Kamisli

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Justizia (© Symbolbild: pixabay.com)

Lage/Detmold. Es klingelt an der Wohnungstür, die 84-jährige Rentnerin aus Lage öffnete die Tür – und dann ist alles nur noch pure Gewalt. Ein 23-Jähriger, den sie nicht kannte, zertrümmert ihr per Faustschlag das Nasenbein, sprüht Pfefferspray ins Gesicht der Seniorin und bricht ihre mehrere Finger, um an die wertvollen Ringe zu kommen. Ein Nachbar beobachtet den brutalen Raub und verständigt die Polizei, die den Täter nach kurzer Zeit schnappt. Das Landgericht Detmold hat den Lagenser nun wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt.

„Mit äußerster Brutalität hat der Täter im August vergangenen Jahres auf die 84-Jährige eingeschlagen", sagt Staatsanwältin Johanna Dämmig. Die körperlichen Wunden seien inzwischen verheilt, aber die Seniorin leide immer noch den Folgen der Tat. „Sie ist völlig verängstigt, traut sich nicht mehr vor die Tür. Die psychischen Folgen dieses brutalen Übergriff sind immens." Auf ein Geständnis oder eine Entschuldigung des vorbestraften Angeklagten hätten die Prozessbeteiligten leider vergebens gewartet.

Der 23-Jährige habe während der insgesamt drei Verhandlungstage eisern geschwiegen. „Er hat immer wieder betont, dass er sich nicht mehr an den Überfall erinnern kann, weil er zum Tatzeitpunkt unter Alkohol- und Medikamenteneinfluss gestanden habe", sagt Dämmig. Eine Blutentnahme bei der Polizei habe den Alkohol- und Tablettenmissbrauch bestätigt. „Doch der Gerichtsgutachter stufte den Angeklagten, trotz Alkohol und Tabletten, als voll schuldfähig ein."

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