Gothic, Metal und Dark Wave lassen die Luft am Hermann vibrieren

Alina Hetland

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Schwarz als Lieblingsfarbe: Gothic-Fans aus der ganzen Region treffen sich unterhalb des Hermannsdenkmals. - © Alina Hetland
Schwarz als Lieblingsfarbe: Gothic-Fans aus der ganzen Region treffen sich unterhalb des Hermannsdenkmals. (© Alina Hetland)

Detmold. Eule oder Fledermaus? Das ist die Frage, die jeder Festivalbesucher erst einmal beantworten darf, bevor er das Einlassbändchen um den Arm – respektive den Flügel – bekommt. Wie man Nachtschwärmer oder Freunde der düster-melodischen Musik schon vor ihrer üblichen Aktivitätszeit ans Tageslicht lockt, das wissen die Veranstalter des „Owls’n’Bats"-Festival am Hermannsdenkmal genau.

Schon lange vor Programmbeginn trudeln kleine Menschengrüppchen in auffällig farbreduzierter Garderobe durch den lippischen Wald und sammeln sich um das Areal der Waldbühne. Hier lädt bereits am frühen Nachmittag der so genannte „Schattenmarkt" zum Schlendern und Bummeln ein: neben den musikalischen Festival-Hauptdarstellern aus Stilrichtungen wie Batcave, Gothic Metal oder Dark Wave das zweite Herzstück der Veranstaltung. Accessoires wie Kropfbänder oder Broschen gibt es ebenso zu erstehen wie ausgefallene Kleidung und sogar Möbelstücke oder Körnerkissen in Fledermausform. Auch der „FlezArt"-Shop aus Berlin ist vor Ort, dessen Produkte sich ausnahmslos um das kleine Flügeltier drehen. Inhaberin Petra findet, dass sich die weite Fahrt für das „Owls’n’Bats" auf jeden Fall lohne, „vor allem wegen der tollen Atmosphäre", meint sie, die so ganz anders sei als auf den „großen" Festivals.

Zwei Stände weiter berichtet Christof Fox von seiner Manufaktur „Schwarzes vom Feinsten" ebenfalls von der guten Stimmung am Hermann; „Eigentlich bin ich zum ersten Mal hier dabei, aber trotzdem kenne ich das halbe Publikum", erzählt er, „es ist eben ein fester Fan-Kreis, den man bei solcherlei Veranstaltungen immer wieder trifft."

„Und das Line-Up ist super", betont Fabian alias DJ Aubi, der am frühen Nachmittag noch inkognito hinter seiner herzförmigen rosa Sonnenbrille unterwegs ist und pustet feierlich ein paar Seifenblasen in die Luft. Nach Mitternacht geht es für ihn und die feierlaunigen Gäste noch in der Gastronomie des Hermanns weiter, wo er mit Sally Shadowplay aus Osnabrück auflegen wird.

„Diese Location ist eine wirklich besondere", freut sich Veranstalterin Zuzie Marmetschke. Gemeinsam mit Matthias Reiman und Werner Helms entstand die Idee für das kleine Musikfestivals vor fünf Jahren. Von Anfang an war auch der „Schattenmarkt" Teil des Plans und erfreut sich seitdem wachsender Beliebtheit: „Wir stellen mit großer Freude fest, dass unser Konzept ganz wunderbar angenommen wird. Auch in diesem Jahr scheint mir die Besucherzahl wieder etwas gestiegen", schätzt sie mit einem zufriedenen Blick in die Runde. „Das liegt natürlich auch an prägenden Bands der Szene wie ,Skeleton Family‘ und ,Ash Code‘." Aber auch die kleineren Künstler und das Rahmenprogramm führten dazu, dass – anders als bei vielen anderen Festivals – die Leute gerne den ganzen Tag über blieben, statt nur für eine einzelne Band vorbei zu schauen.

Und genau so soll es auch in Zukunft weitergehen für das „Owls’n’Bats", verrät Veranstalter Matthias Reiman. „Ein bisschen Platz für Erweiterungen haben wir ja noch, aber wir wollen unserem familiären Charakter in jedem Fall treu bleiben", sagt er überzeugt.

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