Lippische Schüler demonstrieren für bessere Klimapolitik

Tilo Sommer

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Auch die Schüler in Lippe schließen sich der weltweiten Bewegung "Friday for Future" an und wollen am Freitag auf dem Marktplatz in Detmold für eine bessere Klimapolitik demonstrieren. - © Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa
Auch die Schüler in Lippe schließen sich der weltweiten Bewegung "Friday for Future" an und wollen am Freitag auf dem Marktplatz in Detmold für eine bessere Klimapolitik demonstrieren. (© Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa)

Detmold. Es ist zu einer weltweiten Bewegung geworden: Unter dem Motto "Fridays For Future" demonstrieren seit Wochen Schüler für eine bessere Klimapolitik und gegen den Klimawandel. An diesem Freitag, 8. Februar, findet die erste lippische Protestaktion auf dem Marktplatz in Detmold statt.

Damit folgen Lippes Schüler dem Aufruf von Greta Thunberg. Die 16 Jahre alte Schülerin und Aktivistin aus Schweden ist das Gesicht der Bewegung. Jeden Freitag protestiert sie vor dem schwedischen Parlament. Bei der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz hielt sie eine Rede als Vertreterin für die Initiative "Climate Justice Now!". Unter dem Hashtag #FridaysForFuture wurde in den sozialen Netzwerken diskutiert und zu Protesten aufgerufen - und immer mehr schließen sich der Aktion an.

Stadtgymnasium, Leopoldinium und Grabbe-Gymnasium organisieren die Demonstration auf dem Marktplatz gemeinsam, angesetzt ist sie von 12 bis 15 Uhr. Eine Schülerin hat sich bei LZ.de gemeldet. „Plastik muss teurer werden, weil es uns sonst das Leben kostet" soll dabei als zentrales Thema im Mittelpunkt stehen, erklärt sie. Im Rahmen der Demonstration gebe es zudem Beiträge von Schülern, Musikern und anderen Involvierten. Zudem soll gezielt ein Projekt vor Ort unterstützt werden: Mit möglichen Spenden möchten die Schüler auch dem Unverpackt-Laden helfen, der in diesem Frühjahr in Detmold eröffnen soll.

Ministerpräsident zweifelt an Glaubwürdigkeit

Dass die Proteste oft während der Schulzeit stattfanden, kam vor allem bei Lehrern nicht gut an. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte das kritisiert und an der Glaubwürdigkeit der jungen Klimaschützer gezweifelt. Die Demos als willkommene Ausrede fürs Schwänzen? "Warum sollen wir für eine Zukunft lernen, wenn wir vielleicht keine haben?", entgegneten die Schüler.

Am Freitag bringen sie das von Laschet geforderte Opfer. Denn weil es Halbjahreszeugnisse gibt, endet der Unterricht bereits um 12.30 Uhr. Die Schüler treffen sich in ihrer Freizeit zu den Protesten. "Für Ministerpräsidenten Armin Laschet wäre das die perfekte Gelegenheit, sich vom Ernst der jungen Demonstrierenden zu überzeugen", schreibt die Landesschülervertretung NRW in einer Mitteilung. Philipp Schultes aus dem Vorstand der Vertretung meint: "Den Schülern noch immer zu unterstellen, sie würden nur streiken, um Schule zu schwänzen; das zeigt, dass unser Ministerpräsident uns nicht zutraut, uns ernsthaft für unsere Zukunft einzusetzen. Herr Laschet sollte sich lieber darüber freuen, dass Schüler unsere Gesellschaft aktiv gestalten und unsere Erde retten wollen."

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