Missbrauch auf Campingplatz: 48-Jähriger aus Stade bleibt in U-Haft

Janet König

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Vor dem Detmolder Amtsgericht entscheidet sich heute, ob einer der Verdächtigen freikommt. - © Bernhard Preuss
Vor dem Detmolder Amtsgericht entscheidet sich heute, ob einer der Verdächtigen freikommt. (© Bernhard Preuss)

Detmold/Lügde. Im Fall um den jahrelangen Missbrauch von mindestens 31 Kindern auf einem Campingplatz in Lügde-Elbrinxen hat es am Dienstagvormittag einen Haftprüfungstermin gegeben. Dabei ging es um den 48-jährigen Handwerker aus Stade, der 2010 und 2011 an Sex-Livechats teilgenommen haben soll.

Ein Opfer, das Ende vergangenen Jahres Anzeige wegen Missbrauchs erstattete, konnte sich bei der Polizei sogar noch an seinen Namen erinnern - bei den Gesprächen übers Internet habe er seinen Klarnamen benutzt. Erst durch die Aussage des Opfers war der jahrelange Missbrauch aufgeflogen und die Ermittlungen begannen.

Verteidigt wird der 48-Jährige von Rechtsanwalt Jann Popkes aus Schlangen. „Mein Mandant räumt die beiden Taten und den Besitz von Kinderpornos ein", sagt Popkes. Sein Mandant habe jedoch niemanden zum Missbrauch angestiftet. „Das haben die Haupttäter von sich aus getan." Deshalb habe er beantragt, den Haftbefehl aufzuheben.

Doch damit ist Popkes vor dem Detmolder Amtsgericht nicht durchgekommen. Die Staatsanwaltschaft befürchtet, bei dem 48-Jährigen noch "weitere Leichen im Keller" zu finden. Zu groß sei auch die Gefahr, der Beschuldigte könne weitere Taten ausüben. Diesen Standpunkt teilt Verteidiger Popkes nicht: "Das liegt alles zehn Jahre zurück, mein Mandant hat den Kontakt abgebrochen, als es zu heiß wurde." Dem 48-Jährigen sei in zwei Chats ein Mädchen förmlich angepriesen worden, mindestens bei einem Videochat sei das Opfer auch sexuell berührt worden.

Das und den Besitz von Kinderpornografie habe der 48-Jährige, der in der JVA Bielefeld untergebracht ist, eingeräumt. "Er will damit den Kindern die Aussage ersparen", so Popkes. Sein Mandant hoffe, dass die anderen Tatverdächtigen seinem Beispiel folgen werden.

Popkes geht davon aus, dass auch der öffentliche Druck dazu beigetragen hat, seinen Mandanten zum jetzigen Zeitpunkt nicht aus der U-Haft zu entlassen. Die Polizei arbeite mit Hochdruck daran, die Daten auszuwerten.

Weitere Infos folgen.

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