Luftsportverein Detmold feiert runden Geburtstag

Jana Beckmann

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Umringt von Grün: Am nördlichen Stadtrand liegt der Flugplatz Detmold, auf dem der Luftsportverein beheimatet ist. - © Luftsportverein Detmold
Umringt von Grün: Am nördlichen Stadtrand liegt der Flugplatz Detmold, auf dem der Luftsportverein beheimatet ist. (© Luftsportverein Detmold)

Detmold. Der weltweit erste 100-Kilometer-Flug des Segelflugpioniers Robert Kronfeld am 29. Mai 1929 sorgte für Aufsehen. Der Start erfolgte nahe Ibbenbüren, es ging entlang des Teutoburger Walds (Hermannshöhenweg) bis zur Landung nahe Detmold auf dem südöstlichen Teil des heutigen Freilichtmuseums, wo ein Gedenkstein daran erinnert. Die Tour inspirierte andere. Kurz danach gründeten lippische Segelflieger den Luftsportverein Detmold.

„Anfang der 30er-Jahre startete der Segelflugbetrieb auf einer fast 100 Hektar großen Wiese in Detmold-Hohenloh, 60 Meter über Detmold und nur 1,6 Kilometer entfernt", berichtet Vorsitzender Hans-Dieter Bormann in einer Pressemitteilung. 1934 wurde dann der militärische Fliegerhorst (Luftwaffe) eröffnet, der 1945 von der britischen Rheinarmee (Hobart Barracks) übernommen wurde. „Sehr laut für die Anwohner durch den Tag- und Nachtbetrieb mit schweren Militär-Hubschraubern." Ab 1964 habe das Militär dem Luftsportverein die Mitnutzung des Flugplatzes und den Bau eigener Flugzeug-Hallen, sowie Tower mit Vereinsheim gestattet.

Nach dem Fortgang der Briten 1998 erwarb die Stadt Detmold das Gelände und verpachtete es dem Luftsportverein. Hierdurch blieb das Naherholungsgebiet und das städtische Landerecht erhalten. „Als Gäste (nach vorheriger Anmeldung) landeten hier hohe Europa- und Bundespolitiker. Kanzlerin Angela Merkel und diverse Ministerpräsidenten, Armin Laschet allein zwei Mal 2018", berichtet Bormann. Für einen sogenannten Sonder-Landeplatz mit Schwerpunkt Sportfliegen seien diese Besuche eher Ausnahmen von der Regel. Die sicherheitsrelevante Überwachung des Flugbetriebs erfolge stichprobenartig vom zuständigen Regierungspräsidenten aus Münster. Dieser bestätigte noch am 18.12.2018: „Die Einhaltung aller relevanten Vorschriften wird durch mich regelmäßig im Rahmen der Luftaufsicht überwacht. Bisher verlief der Betrieb des Sonderlandeplatzes ohne wesentliche Beanstandungen".

Derzeit geht es hauptsächlich um den Fortbestand des sicheren Sport-Flugbetriebs im Rahmen von Gemeinnützigkeit und Jugendförderung (Segelfliegen ab 14 Jahren). Die vorhandenen, teilweise 50 Jahre alten Gebäude sind laut dem Verein dringend zu sanieren. Die Segelflug-Werkstatt (Wartung der Flugzeuge in Eigenleistung) in denen die jungen Piloten ihre Pflicht-Baustunden ableisten, muss komplett erneuert werden.

Hierzu fehlen heutzutage die Sponsorengelder, die früher von Detmolder Geschäftsfliegern kamen. Der Luftsportverein hofft jetzt auf Fördermittel aus Düsseldorf. Die Landesregierung wird in diesem Jahr 300 Millionen Euro zur Modernisierung und Sanierung von Sportstätten, mit entsprechender Eigenleistung, bereitstellen. Bormann arbeitet bereits daran, mit dem Stadtsportverband Detmold und dem deutschen Aeroclub Duisburg.

Die Bilanz für das vergangenen Jahr fällt positiv aus – insbesondere in den Sportgruppen (Segel-, Motorsegel- und Motorflug). „Wegen des langen, heißen Flugsommers 2018 konnten die Piloten die sieben Segelflugzeuge, zwei Motorsegler und drei Motormaschinen erheblich stärker nutzen als im Vorjahr", heißt es in dem Bericht des Vereins. Einziger Wermutstropfen: In einem Motorsegler und einem Motorflieger mussten die Motoren ersetzt werden, was ohne Sponsoring zwangsläufig zu einer Motorflug-Beitragserhöhung führt.

Jugendliche sind willkommen

Für alle Eltern mit interessierten Jugendlichen: Ab 14 Jahren können Mädchen und Jungen beim Luftsportverein Detmold den Gemeinschaftssport Segelfliegen erlernen. Flugzeuge und lizenzierte Fluglehrer sind vorhanden. Ansprechpartner ist Schriftführer Joscha Müller, Kontakt unter www.lsv-detmold.de. Im Juli findet zum 90-jährigen Bestehen des Vereins ein Tag der offenen Tür statt.

Ebenfalls sehr aktiv ist der Luftsportverein Egge in Horn-Bad Meinberg. Statt Winterpause war hier in den letzten Monaten Werkstatt angesagt.

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