Wasserflasche gratis auffüllen: Detmold macht mit bei der Aktion „Refill Station"

Vanessa Siemens

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Schenken ein: Gaby Schroer (links) und Brigitte Dörhöfer. - © Vanessa Siemens
Schenken ein: Gaby Schroer (links) und Brigitte Dörhöfer. (© Vanessa Siemens)
Detmold. In den Tagen, in denen die Thermometer die 30-Grad-Marke überschritten haben, war der Bedarf an Trinkwasser besonders hoch. Einkaufswagen voll mit Wasserflaschen wurden aus den Supermärkten geschoben; mancherorts war sogar von Trinkwasserknappheit die Rede. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Detmold geht die Tendenz besonders im Sommer dahin, dass öfters zu Einwegflaschen gegriffen wird. Somit wird das Plastikmüllproblem verstärkt – was aber nicht sein muss.

Die Aktion „Refill Station", die in Deutschland 2017 gestartet wurde, bietet eine Alternative zum Plastikflaschenwasser: An inzwischen über 4000 Stellen in ganz Deutschland kann man seine mitgebrachte Flasche kostenlos auffüllen. Zwei dieser Stationen gibt es bisher in Detmold: Die Verbraucherzentrale, Lemgoer Straße 5, und im Unverpackt Laden, Paulinenstraße 54. Auch in Heidenoldendorf gibt es in der ABO Berufsbekleidung GmbH die Chance, Wasser zu bekommen – sowie an der Trinkwasserbar der Stadtwerke.

Zu erkennen sind teilnehmende Restaurants, Geschäfte und sonstige Institutionen an einem blauen Wassertropfenaufkleber. Eine Übersicht gibt es zudem auf der Internetseite www.refill-deutschland.de. Die Aktion wird von einem ehrenamtlichen Zusammenschluss von Privatpersonen geleitet.

Wer also seine Flasche auffüllen will, kann, in diesem Fall, zur Verbraucherzentrale gehen und Bescheid geben. Die Damen füllen die Flasche mit dem Wasserkrug auf oder schicken Nachfrager ins Gäste-WC, wo Krüge bereitstehen und die Flasche selbst aufgefüllt werden kann. Auf Hygiene wird hier sehr geachtet: Der Filter des Wasserhahns wird regelmäßig gereinigt.

Ziel ist es, dass mehr Menschen auf Glas- oder Metallflaschen umsteigen und sich am Leitungswasser bedienen. „Es ist komplett preiswert und steht immer zur Verfügung", sagt Brigitte Dörhöfer, Leiterin der Verbraucherzentrale in Detmold. „Mineralstoffe sind in jedem Wasser drin." Sie ruft dazu auf, auf Leitungswasser umzusteigen und hofft, dass das Plastikproblem so gemindert werden kann.

Ein Liter Leitungswasser koste im Schnitt 0,0024 Cent, während für einen Liter Mineralwasser im Schnitt 0,10-0,70 Cent anfielen. Was weniger Leuten bekannt sei, sei dass das Leitungswasser in Deutschland qualitativ genauso hochwertig sei wie die meisten angebotenen abgefüllten Mineralwässer. Das Leitungswasser werde streng und sogar mit mehr Vorschriften untersucht als Mineralwasser.

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