Haftbefehl wegen Mordes: Halbbruder (3) mit 28 Messerstichen getötet

Erol Kamisli

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Tatort (© Erol Kamisli)

Detmold. Die 15-jährige Detmolderin, die ihren Halbbruder am Mittwochabend getötet haben soll, hat die Tat nicht ausdrücklich bestritten. Das habe sie vor dem Haftrichter erklärt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Detmold mit. Wie die Obduktion ergeben habe, sei der Dreijährige vermutlich im Schlaf erstochen worden - mit 28 Messerstichen.

Die Teenagerin halte sich selbst für die Täterin, habe jedoch jedoch Erinnerungslücken geltend gemacht. „Wir haben die Richtige", zeigte sich Oberstaatsanwalt Christopher Imig sicher. Die Ermittler werteten die Aussage als Geständnis.

Der Haftrichter des Amtsgerichts Detmold erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Detmold einen Haftbefehl wegen Mordes, gestützt auf die Mordmerkmale der niedrigen Beweggründe und Heimtücke. Haftgründe seien die schwere der Tat und Fluchtgefahr - die 15-Jährige war nach der Tat nach Lemgo geflohen und dort erst am Donnerstagmorgen dank Zeugenhinweisen festgenommen worden.

Als Motiv für die Tat sei davon auszugehen, dass die Beschuldigte in einem schwierigen familiären Umfeld gelebt und eine tiefe Abneigung gegen den dreijährigen Halbbruder entwickelt habe. „Einen konkreten Anlass für die Tat habe sie nicht genannt. „Das Opfer schlief zum Zeitpunkt der Tat", so Imig.

Die Beschuldigte wurde in die für junge Gefangene zuständige JVA Iserlohn gebracht. Wie in solchen Fällen üblich, werde ein psychiatrischer Sachverständiger sich demnächst mit der Frage beschäftigen müssen, ob die Beschuldigte bei Begehung der Tat in der Schuldfähigkeit eingeschränkt war, sagte der Oberstaatsanwalt.

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