Oerlinghauser (76) erhält Bundesverdienstkreuz für seinen selbstlosen Einsatz

Karin Prignitz

  • 0
Herbert Heistermann, der mit seiner Frau Rosemarie zur Verleihung in das lippische Kreishaus gekommen ist, hat die besondere Auszeichnung von Landrat Axel Lehmann (r.) überreicht bekommen. Auch Bürgermeister Dirk Becker (2. v. l.) und Professor Holger Sudhoff (l.) haben persönlich gratuliert. - © Karin Prignitz
Herbert Heistermann, der mit seiner Frau Rosemarie zur Verleihung in das lippische Kreishaus gekommen ist, hat die besondere Auszeichnung von Landrat Axel Lehmann (r.) überreicht bekommen. Auch Bürgermeister Dirk Becker (2. v. l.) und Professor Holger Sudhoff (l.) haben persönlich gratuliert. (© Karin Prignitz)

Oerlinghausen/Detmold. Die Diagnose Krebs ist niederschmetternd. Herbert Heistermann erhielt sie im Jahr 1997. Sein Kehlkopf und die Stimmbänder mussten operativ entfernt werden. Plötzlich keine Stimme mehr zu haben, das sei ein Schock gewesen, erzählt der heute 76-Jährige. Statt sich einzuigeln und die sozialen Kontakte zu verlieren, schaute Herbert Heistermann nach vorne.

Seit 20 Jahren Patientenbetreuer

Noch im Jahr 1997 trat er in den Bezirksverein der Kehlkopflosen Bielefeld ein, um sich dort ehrenamtlich zu engagieren. Seit 2004 ist er Vorsitzender. Unzählige Gespräche mit Betroffenen hat er geführt, die Arbeit des Vereins in der Öffentlichkeit bekannt gemacht. 1999 wurde er vom Bundesverband der Kehlkopfoperierten zum Wassertherapie-Beauftragten ausgebildet. Seit 20 Jahren engagiert sich der Oerlinghauser außerdem als ehrenamtlicher Patientenbetreuer im Klinikum Bielefeld.

Für sein langjähriges Wirken und seine Verdienste um das Gemeinwohl hat Herbert Heistermann am Dienstagmorgen im lippischen Kreishaus das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande aus den Händen von Landrat Axel Lehmann überreicht bekommen. „In Lippe wird diese höchste Auszeichnung nur fünf- bis zehnmal im Jahr verliehen", hob Axel Lehmann die Besonderheit hervor.

"Eine Freude, dass die Arbeit so anerkannt wird"

Das im November verstorbene Vereinsmitglied Kurt Barnert hatte Herbert Heistermann für die Auszeichnung vorgeschlagen. Der Bergstädter war „völlig überrascht", für ihn ist es aber auch „eine Freude, dass die Arbeit so anerkannt wird".

Axel Lehmann hob hervor, dass der Geehrte sich weit über die Grenzen der Region hinaus engagiert habe. Das Einzugsgebiet des Bezirksvereins der Kehlkopflosen Bielefeld reicht über den Kreis Lippe hinaus nach Gütersloh, Herford, Minden-Lübbecke, Paderborn und Warendorf. Derzeit hat der Verein 82 Mitglieder. Auch Bürgermeister Dirk Becker gratulierte herzlich. Besonders berührt hatte ihn, dass dieser Auszeichnung ein Schicksalsschlag vorausgegangen war. Herbert Heistermann habe dann aus seiner Operation Motivation und Kraft gezogen und helfe Menschen in einer verzweifelten Situation. Das sei fantastisch und verdiene hohen Respekt.

„Tief beeindruckt", zeigte sich auch Professor Holger Sudhoff. Der Chefarzt der HNO-Klinik am Klinikum Bielefeld kennt Herbert Heistermann seit 2007 und lobt den selbstlosen Einsatz: „Sie geben Zuversicht und zeigen Wege auf, wie das Leben weitergehen kann."

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!