Vogelpark zieht kleine Papageien per Hand auf

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Tierpflegerin Lenja Punger kümmert sich gemeinsam mit ihren Kollegen Tag und Nacht um die kleinen Gelbbrustaras. - © Vogelpark
Tierpflegerin Lenja Punger kümmert sich gemeinsam mit ihren Kollegen Tag und Nacht um die kleinen Gelbbrustaras. (© Vogelpark)

Detmold. Lenja Punger füttert liebevoll jeden einzelnen Ara mit dem Löffel. Drei junge Schildsittiche hüpfen um sie herum und unternehmen erste Flugversuche. Lautstark fordern sie ihr Recht auf geschrotete Sonnenblumenkerne ein. Schon bald werden die sieben Wochen alten Vögel in die große, von den Besuchern begehbare Sittichvoliere umziehen.

Zwei kleine Gelbbrustaras sind im Vogelpark Heiligenkirchen geschlüpft, und an die liebevolle Zuwendung der Menschen sind sie schon gewöhnt. Sie sind mittlerweile ein paar Wochen alt. „Ihre Mutter hatte kurz vor dem Schlüpfen aufgehört zu brüten. Wir haben kurzerhand entschieden, sie in der Brutmaschine auszubrüten und mit der Hand aufzuziehen", berichtet der Vogelpark. schon.

Noch haben sie nicht viel mit ihren blau-gelb gefiederten Eltern gemeinsam. Nur am dicken Schnabel ist zu erkennen, dass die kleinen nackten Küken, die unter einem Frotteetuch im Brutkasten dösen, einmal große Papageien werden wollen. „Wenn Tierpflegerin Lenja Punger aber mit der Trillerpfeife zur Mahlzeit pfeift, sind sie hellwach."

Für die Tierpfleger sei es Freude und Aufwand zugleich. „Nach Feierabend nehmen sie den Brutkasten abwechselnd mit nach Hause. Damit aus den rosa Zwergen einmal stattliche Papageien werden, müssen die hungrigen Schnäbel zwischen 6 Uhr morgens und 21 Uhr abends alle zwei Stunden mit Spezialfutter gestopft werden", heißt es.

Die Sittiche und Papageien sind nicht die einzigen Küken, die sich im Vogelpark Heiligenkirchen auf das Erwachsensein vorbereiten. Vier Jungstörche trainieren bereits fleißig das Fliegen. Schon in wenigen Wochen werden sie die lange Strecke bis nach Afrika zurücklegen und erst nach ihrer Geschlechtsreife in drei Jahren wieder auf deutschem Boden landen. Auch das Kardinalpärchen zieht gerade Nachwuchs auf: drei Jungtiere sind geschlüpft. Ob sie Männchen oder Weibchen sind – und damit entweder ein knallrotes Gefieder wie ihr Vater oder ein dezenteres wie ihre Mutter bekommen – ist momentan noch nicht zu erkennen.

Der Vogelpark bietet nun wieder Führungen an, und wer den lang ersehnten Kindergeburtstag nachholen möchte, kann mit seinen Freunden einen erlebnisreichen Nachmittag im Freien verbringen und eine Menge lernen. „Wer einmal dem Pelikan einen Fisch in den Schnabel werfen durfte, dem wird diese Begegnung lange in guter Erinnerung bleiben." Der Vogelpark ist täglich in der Zeit von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

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