Neue Stolpersteine sollen in Detmold verlegt werden

Sven Koch

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Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus. - © Archivfoto: Yvonne Glandien
Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus. (© Archivfoto: Yvonne Glandien)

Detmold. In der Stadt sollen neue Stolpersteine verlegt werden. Sie sollen an jüdische Familien und Einzelpersonen erinnern, die dem Holocaust zum Opfer gefallen sind.

Der Rat will am Dienstag dem Antrag der Christlich Jüdischen Gesellschaft auf Verlegung von insgesamt neun Stolpersteinen zustimmen. Verlegt werden sollen sie vor dem Haus in der Hornschen Straße 23 (ein Stolperstein), vor dem Haus in der Hermannstraße 29 (vier Stolpersteine), vor dem Haus in der Langen Straße 36 (zwei Stolpersteine) und auf dem Gebiet des Grabbe-Gymnasiums (zwei Stolpersteine).

Im Einzelnen handelt sich um vier Steine für Familie Valk und einen Stein für Hildegard Kleesiek. Je zwei Stolpersteine sollen an das Ehepaar Kauders und an die Schwestern Anneliese und Margarete Lükermann erinnern, so die Stadt gemäß des ihr vorliegenden Antrags.

Schüler kümmern sich um die Pflege

Der Platz und der Termin zur Verlegung der Stolpersteine werden endgültig mit dem Team Straßenunterhaltung der Stadt Detmold, dem Künstler Gunter Demnig und der Antragstellerin abgestimmt. Voraussichtlich soll das Anfang des kommenden Jahres stattfinden. Die Finanzierung der Steine ist nach Darstellung der Christlich Jüdischen Gesellschaft durch Spenden abgesichert. Detmolder Schulen sollen sich um die Pflege kümmern.

Nachdem 2020 auf Initiative von Joanne Herzberg Stolpersteine für ihre Angehörigen im öffentlichen Raum verlegt werden konnten, hat sich unter dem Dach der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit eine neue „Initiative für Gedenksteine" gebildet, die sich für die Verlegung weiterer Stolpersteine in Detmold einsetzt und die dafür notwendigen Vorbereitungen trifft.

Die neu eingereichte Namensliste hat das Stadtarchiv dahingehend überprüft, ob die Vorgaben berücksichtigt wurden und ob die Angaben dem Stand der gegenwärtigen Erkenntnisse entsprechen. Im Zuge der Prüfung konnten durch Recherchen des Stadtarchivs weitere Daten ergänzt und auf unklare Schicksale aufmerksam gemacht werden.

Eine Zustimmung zur Verlegung der Steine durch den Rat wird vom Stadtarchiv Detmold ausdrücklich empfohlen. Stadtarchivarin Dr. Bärbel Sunderbrink erläutert in einer Stellungnahme hierzu: „Einen Schwerpunkt legt die Initiative auf die Familie Valk, die Opfer der ersten Deportation nach Riga im Jahre 1941 wurde.

Zwei der ausgewählten jüdischen Detmolder wurden nach Theresienstadt deportiert." Außerdem berücksichtige die Initiative zwei Frauen mit einer Behinderung sowie eine gesellschaftlich nicht angepasste, junge Frau. Die Erforschung der Opferschicksale sei komplex, da viele Quellen berücksichtigt werden müssten. Die Angaben dienten später dazu, den Schülern, die die Patenschaft für die Steine übernehmen, einen Einblick in die Biografie der Opfer zu geben.


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