Weniger Autos - Umweltverbände begrüßen Detmolder Verkehrsversuch

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Trotz der "Durchfahrt verboten"-Schilder fahren viele Autofahrer immer noch von der Exterstraße in Richtung Krumme Straße durch - die meisten vermutlich ohne zum Kreis der Berechtigten zu gehören. - © Jana Beckmann
Trotz der "Durchfahrt verboten"-Schilder fahren viele Autofahrer immer noch von der Exterstraße in Richtung Krumme Straße durch - die meisten vermutlich ohne zum Kreis der Berechtigten zu gehören. (© Jana Beckmann)

Detmold . Fridays for Future begrüßt den im vergangenen Herbst umgesetzten Verkehrsversuch in der Exterstraße und Krummen Straße ausdrücklich und sieht ihn als „einen ersten wichtigen und richtigen Schritt für eine zukunftsfähige Entwicklung der Innenstadt und einen Beitrag zum Klimaschutz vor Ort". Die BUND Ortsgruppe Detmold, Radentscheid Detmold sowie Lippe im Wandel unterstützen das Schreiben, das an Rat und Bürgermeister adressiert ist.

Der Weltklimarat habe in seinem letzten Bericht zum wiederholten Mal angemahnt, dass mit dem aktuellen Tempo die Klimaziele des Pariser Klimaabkommens nicht eingehalten würden und die Folgen des Klimawandels sehr weitreichende und negative Auswirkungen hätten. Deshalb müssten Schritte unternommen werden, um den Treibhausgasausstoß schnell zu senken. Neue Wege für eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens seien dabei ein wichtiger Bereich.

„Der Verkehrsversuch ist hierbei zwar nur ein erster, aber trotzdem sehr wichtiger Schritt, weil er deutlich macht, dass eine Veränderung auch viele positive Effekte hat", schreibt Fridays for Future. Die Umnutzung der Parkflächen für Gastronomie, Fahrradstellplätze und Sitzmöglichkeiten schaffe eine hohe Aufenthaltsqualität. Argumente, dass Parkplätze an dieser Stelle existenziell notwendig seien, erschienen fragwürdig. Durch die Parkplätze in der Baugrube am Hornschen Tor und an der Werre seien ausreichend da. „Wir fordern den Rat deshalb auf, den Verkehrsversuch weiterzuentwickeln und in der Krummen- und Exterstraße die Parkplätze komplett umzunutzen und nur Halte- und Ladezonen zu schaffen für die Anwohner und Geschäfte. Dann wird auch der aktuelle und in der Regel erfolglose Parksuchverkehr beendet", heißt es in dem Schreiben weiter. Gastronomiebetriebe profitierten sehr von der Möglichkeit, den Raum neu zu nutzen.

Für die Geschäfte, die den Verkehrsversuch kritisch sähen, sollten gemeinsame Konzepte entwickelt werden, wie alternativ Waren transportiert werden können und mit gezielten Aktionen die Kunden positiv mitgenommen werden. Die freiwerdenden Flächen sollten für mehr Grün genutzt und der Weg zu weniger Autos in der Altstadt konsequent weiter beschritten und Teil eines Mobilitätskonzeptes werden.

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