Ausstellung mit Bezug zur Synagoge in der Detmolder Christuskirche

Daniela Cremer

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Künstlerin Isolde Merker (links), Siegrid Mei und Landessuperintendent Dietmar Arends betrachten bei der Ausstellungseröffnung das Bild „Weites Land“. - © Lippische Landeskirche
Künstlerin Isolde Merker (links), Siegrid Mei und Landessuperintendent Dietmar Arends betrachten bei der Ausstellungseröffnung das Bild „Weites Land“. (© Lippische Landeskirche)

Detmold. Die Ausstellung „Fensterprojekt“ in der sanierten Christuskirche ist jetzt mit einem Empfang für Kunstschaffende aus Lippe eröffnet worden. Im „Fensterprojekt“ sind Bilder zu sehen, die 18 Künstler aus Ostwestfalen-Lippe auf Initiative von Pfarrer Maik Fleck während des Lockdowns von Mai bis September 2021 gezeigt haben – und zwar im Fenster des Hauses in der Lortzingstraße 4 in Detmold. Die Aktion verstand sich als Beitrag zum Gedenken „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“, heißt es in einer Pressemitteilung der Lippischen Landeskirche.

In dieser Straße stand bis zum Jahr 1938 eine jüdische Synagoge, die in der Reichspogromnacht zerstört wurde. Auf Einladung der Lippischen Landeskirche hängten die Künstler jeden Freitag zu Beginn des jüdischen Sabbats ein neues Bild in das Fenster gegenüber dem Standort der ehemaligen Synagoge.

Bezug auf die Thoralesung

Bei dieser Aktion gab es jeweils einen Bezug auf den wöchentlichen Abschnitt der Thoralesung in der Synagoge. So entstand eine Bebilderung von Ausschnitten des 4. und 5. Buches Mose, heißt es in der Pressemitteilung der Landeskirche. Die Künstler, die die Werke für das Fenster der Lortzingstraße gestalteten, hatten als Ausgangstext die deutsche Übersetzung der sogenannten Rabbinerbibel von Leopold Zunz zur Verfügung. Zunz wurde am 10. August 1794 in Detmold zur Zeit der Aufklärung geboren.

„Zwischen den jüdischen Festen Schawuot und Rosch ha Schana sind diese Werke entstanden, die sich mit Texten der Thora auseinandersetzen – hingewandt zum Platz der ehemaligen Synagoge“, sagte Landessuperintendent Dietmar Arends zur Eröffnung. Die Erinnerung an die Knechtschaft in Ägypten sei ein zentraler Gedanke, der die ganze Ausstellung durchziehe. Der Weg in die Freiheit müsse immer neu gegangen werden und der Blick in die Weite und Freiheit einer ganzen Gesellschaft wach bleiben, betonte der Landessuperintendent.

Die Ausstellung in der Christuskirche, die zeitgleich mit der Synagoge erbaut wurde, ist zu den Öffnungszeiten der Kirche zugänglich: bis Ende September täglich von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt in die Ausstellung mit den 18 Bildern aus der Lortzingstraße ist frei.

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