Ein geschärfter Blick auf die Tierwelt Afrikas

Sensation: Detmolder Uwe Skrzypczak fotografiert bedrohte Tierart - Neues Kinder- und Jugendbuch

Von Seda Hagemann

Sehen aus wie Hyänen, sind es aber nicht: Der Detmolder Uwe Skrzypczak hat vor Kurzem diese afrikanischen Wildhunde fotografiert. "Sie wurden seit 20 Jahren nicht mehr im Serengeti-Nationalpark gesehen", berichtet der Fotograf auf seiner Homepage www.serengeti-wildlife.com - © Fotos: privat
Sehen aus wie Hyänen, sind es aber nicht: Der Detmolder Uwe Skrzypczak hat vor Kurzem diese afrikanischen Wildhunde fotografiert. "Sie wurden seit 20 Jahren nicht mehr im Serengeti-Nationalpark gesehen", berichtet der Fotograf auf seiner Homepage www.serengeti-wildlife.com (© Fotos: privat)
Afrikas Tierwelt - © Detmold
Afrikas Tierwelt (© Detmold)

Vor wenigen Tagen hat der Detmolder Fotograf Uwe Skrzypczak afrikanische Wildhunde in der Serengeti entdeckt. Eine Sensation, denn die Tiere stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Detmold/Serengeti. Kurz nach den Aufnahmen schreibt er im Internet: "Das ist der berühmte Moment im Leben. So einen Glücksfall hat man als Fotograf vermutlich nur einmal." Mit so einer Entdeckung hatte Uwe Skrzypczak nicht gerechnet, als er Ende Januar erneut für Aufnahmen nach Ostafrika fuhr. Anfangs hätte er die Nachricht nicht geglaubt, erzählt der Detmolder. "Ich sagte, da haben bestimmt ein paar Touristen Löffelhunde mit Wildhunden verwechselt." Trotzdem machte er sich mit seinem Kollegen Winfried Wisniewski auf die Suche. Und tatsächlich: "Wir hatten die Tiere nach fünf Minuten Fahrt vor der Kamera. Einfach unglaublich." Einige Stunden später sei er völlig trunken vor Glück mit 30 Gigabyte Bilddaten zurückgefahren. Schnell hat sich seine Entdeckung herumgesprochen. Organisationen aus Japan, England und Afrika haben sich nach seinem Bericht im Internet gemeldet.

Zurzeit in der Serengeti unterwegs: Fotograf Uwe Skrzypczak.
Zurzeit in der Serengeti unterwegs: Fotograf Uwe Skrzypczak.

Eine Urlaubsreise im Jahr 2000 entfachte seine Leidenschaft für die Fotografie von Wildtieren. Die Arbeit in der Savanne verlangt dem 51-Jährigen seitdem viel Disziplin und Konzentration ab. Zurzeit ist er jeden Morgen mit seiner aufwendigen Foto-Ausrüstung in der Savanne unterwegs. Vor allem Hitze und Staub erschweren ihm die Arbeit.
Dass die Aufnahmen auch mit Gefahren verbunden sind, weiß der Detmolder aus eigener Erfahrung. "Es sind Wildtiere, die den Kontakt mit Menschen nicht gewöhnt sind. Gerade deshalb muss man genau auf die Signale der Tiere achten und genügend Abstand halten." Einmal habe er eine Elefantenherde mit Jungtieren im Wald entdeckt. Als er näher herangefahren sei, habe die Elefantenkuh ihre Ohren aufgestellt. "Wir haben gemerkt, das die Tiere nervös wurden und uns beobachtet haben. Das war ein deutliches Zeichen für uns."

Seine Arbeit soll langfristig zum Erhalt der Lebens- und Tierwelt Afrikas beitragen, dass ist der größte Wunsch, den Uwe Skrzypczak hat. Vor kurzem wurde sein zweites Kinderbuch "Simba, Duma, Tembo – So leben Tierfamilien in Afrika" veröffentlicht. Es zeigt majestätische Löwinnen umringt von ihren Jungen, Elefantenbabies beim Baden und balgende Giraffenbullen. Dabei achtet der Detmolder darauf, alle Facetten der Tiere zu zeigen. "Löwen sind mehr als hervorragende Jäger. Sie sind auch Rudeltiere mit viel Familiensinn." Ihre Vielschichtigkeit zeigt Skrzypczak in eindrucksvollen Bildern. Leckt die Löwin auf dem einen Bild noch liebevoll über den Kopf ihres Jungen, setzt sie auf der nächsten Seite zum Sprung an, schlägt ihre Pranken in das Beutetier und bringt es zu Fall. "Dieses Fressen und Gefressen werden klingt grausam, gehört aber in der Wildnis zur natürlichen Auswahl", meint er.

http://www.serengeti-wildlife.com

Information
Afrikanischer Wildhund

"Lycaon Pictus" ist der größte Wildhund der afrikanischen Savanne. Oft wurde er früher auch als "Hyänenhund" bezeichnet, da er eine entfernte äußere Ähnlichkeit mit Hyänen aufweist. Ähnlich wie Hyänen ist der Afrikanische Wildhund ein Herdentier. Bei Wildhunden pflanzt sich jedoch nur das dominante Paar innerhalb eines Rudels fort. Seine Nachkommen werden gemeinschaftlich groß gezogen. Die Tiere gelten als stark gefährdet und stehen daher auf der Roten Liste.

Quelle: Wikipedia / Auf www.lz-online.de finden Sie einen direkten Link zum Internet-Blog von Uwe Skrzypczak mit vielen interessanten Berichten aus der Serengeti. 

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