Matthias Opdenhövel: Allzweckwaffe im Maßanzug

Detmolder ist in der ersten TV-Liga angekommen

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"Eigentlich wusste ich schon nach zwei Tagen, als ich da mit 600 anderen Kommilitonen im Hörsaal saß, den Professor nur schemenhaft erkennen konnte, um mich herum nur Barbour-Jacken und Einstecktücher, dass es völlig falsch war", erinnert er sich. Nach zwei Monaten fuhr er zu Weihnachten nach Hause - und blieb. "Da habe ich wirklich zum ersten Mal wie so  ein Ochse vor der Wand gestanden und gedacht: Puh, was machste denn jetzt eigentlich?" Die Szene mit dem Brausekopf im Detmolder Badezimmer kam ihm wieder in den Sinn. Und der Fakt, dass er den Kicker seit 50 Jahren auswendig kennt, wie er sagt. "Da dachte ich, Sportreporter wäre vielleicht gar nicht schlecht."

Heute hat er den für sich perfekten Weg gefunden. "Solange das mein Schritt mitmacht, mache ich gerne einen breiten Spagat: Auf der einen Säule die Unterhaltung, auf der anderen der Sport." So mag er es. Und so sehr kneift die Hose dann auch gar nicht. Dass sein Ausflug in die ARD von allerlei Spekulationen darüber, ob er nun zu den Öffentlich-Rechtlichen wechsele, begleitet wird, betrachtet er mit Amüsement. "Die Frage, wann ich denn jetzt endgültig zur ARD gehe, wo ich doch jetzt eh schon drei Sendungen dort mache um Viertel nach acht und man dort ja auch jemanden sucht, wird mir momentan öfter gestellt", schmunzelt er und stellt klar: "Im Moment sehe ich da kein Bedürfnis." Er halte es da wie Kevin Kurányi: "Ich schieße meine Tore, und den Rest machen die Vereine unter sich klar."

Aber den Fuß würde er sich schon abhacken, wenn er dafür die Sportschau moderieren könnte, oder? Er lacht. "Das habe ich irgendwann mal gesagt. Und jetzt bin ich kurz vor der Amputation, weil die ARD schon an der Tür steht." Opdenhövel weiß: Die Branche ist viel zu schnelllebig, als dass man sich irgendwelche großen Ziele setzen sollte. "Ich kann ganz entspannt sagen: Wenn es so weiterläuft wie jetzt, dann bin ich der glücklichste Mensch überhaupt."

Information

Vita

Geboren: 25. August 1970 in Detmold.
Laufbahn: Nach Abitur und Wehrdienst studierte Matthias Opdenhövel an der Uni Würzburg zwei Monate BWL. Danach hospitierte und arbeitete er bei
Zeitung und Radio in Lippe und fing 1994 beim Musiksender VIVA an. Ab 1997 moderierte er diverse Shows bei Pro Sieben, Sat 1, Vox, DSF, RTL 2, Arena und anderen. 2010 ist er das erste Mal in der ARD zu sehen.
Familie: Mit Frau und zwei Söhnen (fast 2 und 8 Jahre alt) lebt er in Köln.
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