Neue Schadstoffe in Realschule entdeckt

Beigeordneter Hartmut Benkmann: "Situation kann sich nur durch Sanierung ergeben haben"

Von Sven Koch

Neue Schadstoffe 

in Realschule - © DETMOLd
Neue Schadstoffe in Realschule (© DETMOLd)

An der Heinrich-Drake-Realschule ist eine weitere Schadstoffbelastung festgestellt worden. Der Physikraum musste geschlossen werden. Offenbar hat sich der Sachverhalt erst durch die Sanierung ergeben.

Detmold. Im November war die Sanierung an der Schule abgeschlossen und mit einem Tag der offenen Tür begangen worden. Zwei Millionen Euro hatte die Gesamt-Maßnahme gekostet – einen Teil davon hat die Beseitigung von Schadstoffen in Anspruch genommen.

Und dabei sind nun mutmaßlich neue Schadstoffe in die Schule gelangt. "Es ist eine äußerst unangenehme Meldung, fast schon spektakulär", sagte deswegen Klaus Vothknecht am Dienstag vor dem Schulausschuss, der vor seiner Sitzung die Schule besichtigt hatte und später in der Aula tagte. Es sei eine Ironie des Schicksals: Ausgerechnet an diesem Tag sei morgens bei Messungen festgestellt worden, dass neue Belastungen aufgetreten seien. Und es handelt sich dabei kurioser Weise um andere Stoffe als die, die ursprünglich bekämpft worden waren – gemäß erster Analysen um Benzylalcohol und Benzaldehyd, während wegen PCB (Polychlorierten Biphenylen) saniert worden war.

Erneute Belastungen: An der Heinrich-Drake-Realschule sind in zwei Klassenräumen neue Schadstoffe aufgetaucht. Der Physikraum musste sogar geschlossen werden.Foto: Preuss
Erneute Belastungen: An der Heinrich-Drake-Realschule sind in zwei Klassenräumen neue Schadstoffe aufgetaucht. Der Physikraum musste sogar geschlossen werden.Foto: Preuss

Beigeordneter Hartmut Benkmann erklärte: "Die neuen Belastungen können nur durch die Sanierungsarbeiten hervorgerufen worden sein." Klingt paradox – wie das  geschehen sein könnte, soll nun ermittelt werden. Und ebenfalls, wer dafür aufkommt. Benkmann: "Wir werden die entsprechenden Schritte einleiten." Die Eltern der rund 630 Kinder sollten kurzfristig in einem Rundbrief benachrichtigt werden.

Die Schadstoffkonzentrationen sollen in zwei Klassenräumen noch relativ moderat sein, sodass bei guter Durchlüftung weiter unterrichtet werden kann. Härter erwischt hat es den Physikraum: Er musste geschlossen werden – Vothknecht vor dem Ausschuss: "Die Werte sind hier sehr negativ." In den kommenden Tagen und Wochen würden weitere Messungen vorgenommen und Proben untersucht werden. Das Hauptaugenmerk liege dabei auf den Wänden und Fußböden.

Skeptisch war die Schule geworden, weil sich in den betreffenden Räumen ein gewisser Geruch entwickelt hatte. Schulleiterin Eva Brinkmeier: "Die Sanierung war eine harte Belastung im Schulalltag. Wir waren sehr froh, dass wir es hinter uns hatten."

Bürgermeister Rainer Heller versprach gestern: "Wir werden alle Maßnahmen ergreifen, um den Schutz der Kinder, der Lehrenden und Mitarbeiter an der Schule zu gewährleisten." Experten müssten jetzt kurzfristig und verbindlich klären, wo die erneuten Schadstoffbelastungen ihre Ursachen haben.

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