Ebay: Detmolderin muss Wohnwagen für 56 Euro verkaufen

Lipperin zog Angebot zurück - Höchstbietender verklagte sie daraufhin

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Detmold. Drei, zwei, eins - meins! So schnell kann's auf der Auktionsplattform Ebay gehen. Eine Detmolderin hatte dort im vergangenen April einen Wohnwagen im Wert von 2.000 Euro zum Startgebot von einem Euro angeboten. Doch nur einen Tag später brach sie die Auktion ab. Ein Mann aus Bülzig in Sachsen-Anhalt war zu dem Zeitpunkt aber Meistbietender. Er klagte - und bekam recht. Jetzt muss die Lipperin dem Mann den Wohnwagen doch verkaufen, für 56 Euro.

Das hat die Berufungskammer des Landgerichts Detmold entschieden und der Klage des Bieters aus Sachsen-Anhalt endgültig stattgegeben.  Am 5. April hatte die Detmolderin den Wohnwagen zum Mindestgebot von einem Euro über Ebay zum Verkauf angeboten. Bereits am Folgetag brach sie die Auktion ab, weil ihr Lebensgefährte den Wohnwagen anderweitig verkaufen wollte. Der Kläger war zu diesem Zeitpunkt mit einem Angebot von 56 Euro der Höchstbietende. Er verlangte von der Detmolderin die abwicklung des Verkaufs, sie lehnte ab, das für sie mit dem Abbruch der Auktion die Sache erledigt sei.

Daraufhin klagte der Mann aus Bülzig zunächst vor dem Amtsgericht Detmold. Dort bekam er recht. Begründung: Wer eine Angebotsseite auf Ebay freischalte erkläre sich mit den AGBs einverstanden und diese besagen, dass das höchste wirksam abgegebene Kaufangebot angenommen werde. Das gelte auch, wenn das angebot vorzeitig beendet würde. Auch im Berufungsverfahren unterlag die Detmolderin.

Die Detmolderin muss dem Kläger nun den Wohnwagen der Marke "Weippert 745 Luxus" (Baujahr 1993) im Wert von rund 2.000 Euro für den Schäppchenpreis von 56 Euro verkaufen.

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