Gericht wollte falsche Seniorin wegen Beleidigung verurteilen

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Detmold (sk). Eine Verwechslung war der Anlass dafür, dass einer älteren Tierfreundin aus Detmold ein Strafantrag zugestellt worden ist. Getan hatte die Dame jedoch überhaupt nichts - erst, als es bereits "fünf vor Zwölf war",konnte die "Kuh vom Eis geholt" werden

Wie, das erklärt Rechtsanwalt Hendrik Schnelle, der am Nachmittag vor der anstehenden Verhandlung von der Dame eingeschaltet worden war.  "Die ältere Dame hatte angeblich Mitarbeiter des Tierheimes beleidigt. So etwas täte sie nie, schwor die Tierfreundin", sagt Schnelle. Zeit, erstmal in die Akte zu schauen, blieb nicht mehr - also musste direkt Berufung beim Landgericht eingelegt werden, damit die Frau nicht verurteilt wurde.

Das wäre dann nämlich zu Unrecht gewesen, denn wie sich herausstellte, so der Anwalt, gab es zwar einen Strafantrag wegen Beleidigung gegen jemanden, nicht aber gegen die betroffene ältere Dame. "Folgerichtig", so Schnelle, "hat das Landgericht das Verfahren ohne neue Hauptverhandlung auf Kosten der Staatskasse eingestellt." Wer viel arbeite, mache auch mal einen Fehler.

Dr. Thorsten Gerdes, Sprecher des Landgerichtes, sagt dazu: "Es handelte sich um einen unbeabsichtigten und bedauerlichen Ausnahmefall." Positiv sei ja, dass eine solche Sache dann schnell und ohne Aufheben geklärt werde.

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