Detmolder von deutschem Sprachlehrer in Thailand betrogen

Brinkmann verliert fast 100.000 Euro und seine Ehefrau

von Seda Hagemann

Mit der Überweisung per Fax beginnt das Unglück

Die Bank lehnte die Überweisung zuerst ab und forderte eine Legitimation. Immerhin ging es um den Betrag von 80.000 Euro. Der Detmolder suchte den für ihn zuständigen Konsul in Thailand auf, ließ sich seine Unterschrift amtlich bestätigen und schickte diese an die Sparkasse nach Detmold - per Fax. Damit begann das Unglück.

Die Sparkasse Detmold überwies das Geld schließlich auf das Konto des Sprachlehrers. "Der Sprachlehrer sollte zwar für mich in Thailand ein Konto eröffnen, hielt mich aber immer wieder hin. Schließlich benutzten wir sein Konto," erzählt Brinkmann. Das Haus wurde gekauft. Weil in Thailand aber nur Thailänder Grundbesitz haben können, wurde Brinkmanns Frau Rerai in das Grundbuch des Hauses eingetragen. "Ich sollte aber ein Wohnrecht auf Lebenszeit bekommen", meint Brinkmann. Doch auch daraus wurde nichts.

Kaum war Brinkmann kurze Zeit später zurück in Deutschland, stellte er fest, dass von seinem Konto erneut eine Überweisung auf das thailändische Konto des Sprachlehrers getätigt wurde. 15.000 Euro fehlten. Die Sparkasse Detmold sagt, dass es erneut eine Anweisung per Fax gegeben habe. Mit einer legitimierten Unterschrift durch den österreichischen Konsul. Doch davon weiß Brinkmann nach eigenen Angaben nichts. "Der Sprachlehrer war ein Betrüger. Die Sparkasse hätte mich vor meiner eigenen Dummheit bewahren müssen", sagt Brinkmann jetzt und auch sein Rechtsanwalt Murat Baspinar aus Detmold räumt ein, dass sein Mandant zu leichtgläubig war. Baspinar meint aber auch, dass die Sparkasse nicht aufgrund irgendwelcher Faxe und Kopien erneut eine Transaktion hätte durchführen dürfen, diese seien immerhin sehr leicht zu manipulieren und zu fälschen. Offenbar hatte der Sprachlehrer das Originaldokument, das beim Hauskauf eine Rolle spielte, erneut benutzt, "um an das Geld meines Mandanten zu kommen", vermutet Baspinar.

Der Kontakt von Günter Brinkmann zu seiner Rerai brach nach seiner Rückkehr nach Deutschland ab. Sie lehnte es ab, ihn ins Grundbuch eintragen zu lassen, wollte ihn auch nicht mehr wiedersehen. Bis heute weiß Brinkmann nicht, ob seine Rerai, wie er sie immer noch nennt, das aus Berechnung oder aus Angst vor dem Sprachlehrer getan hat. "Ich fühle mich hintergangen", sagt Brinkmann. Ist seine Frau Opfer wie er oder Mittäterin? Diese Frage quäle ihn noch heute.

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