Tanzlehrer aus Detmold wegen Betrugs vor Gericht

27-Jähriger soll fast 50.000 Euro Schaden verursacht haben

Von Seda Hagemann

Tanzlehrer wegen Betrugs vor Gericht - © Detmold
Tanzlehrer wegen Betrugs vor Gericht (© Detmold)

Detmold. Er träumte von der großen Karriere im Fernsehen, jetzt droht einem Detmolder ein langwieriges Strafverfahren. Der Tanzlehrer muss sich demnächst vor dem Amtsgericht wegen Betrugs verantworten.

Alles schien bestens zu laufen für den 27-Jährigen. Mit Auftritten in mehreren TV-Shows wurde er vergangenes Jahr erstmals einem größeren Publikum bekannt. Jüngst gab E. bekannt, dass er eine Rolle in einer Fernsehserie ergattert habe (wir berichteten). Wie die LZ jetzt erfuhr, hatte die Detmolder Staatsanwaltschaft bereits im September vergangenen Jahres Anklage gegen E. erhoben. "Gegen ihn liegen derzeit etwa 30 Strafanzeigen aus ganz Deutschland wegen Betrugs vor. Und es kommen immer wieder neue hinzu", bestätigte Oberstaatsanwalt Christopher Imig die LZ-Informationen.

Imig wirft dem Detmolder vor, teures technisches Equipment und viele Werbematerialien für eine in Norddeutschland geplante Eventagentur bestellt zu haben, das Geld allerdings schuldig geblieben zu sein. Die Firmen warten noch immer auf ihr Geld und haben den 27-Jährigen schließlich angezeigt. Außerdem soll E. mehrfach in teuren Hotels übernachtet haben und die Rechnung schuldig geblieben sein. Christopher Imig schätzt den Gesamtschaden, den der 27-Jährige bisher angerichtet hat, auf etwa 50.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft hat in ihrer Anklage neun besonders schwerwiegende Betrugsfälle zusammengefasst. Für die muss sich der Detmolder demnächst vor dem Schöffengericht verantworten. "Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Straftaten angezeigt werden."Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass E., der völlig überschuldet ist, nie vorhatte, die Waren zu bezahlen. Ein psychologisches Gutachten soll nun klären, ob der Detmolder schuldfähig ist oder nicht.

E.s Rechtsanwalt Murat Baspinar wollte sich während des laufenden Verfahrens nicht zu den Vorwürfen gegen seinen Mandanten äußern. "Wir werden den Ausgang des psychologischen Gutachtens abwarten und im Verfahren dann zu den jeweiligen Anschuldigungen Stellung nehmen", sagte Baspinar der LZ. Der Termin für das Gespräch mit dem Psychologen soll nach LZ-Informationen Ende Januar sein. Danach wird der Fall vor Gericht verhandelt.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2018
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.