Staatsanwaltschaft will höhere Haftstrafe für Tanzlehrer aus Detmold

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"Urteil gegen

Tanzlehrer ist zu mild" - © Detmold
"Urteil gegen Tanzlehrer ist zu mild" (© Detmold)

Detmold (seh). Im Fall des wegen Betrugs in 36 Fällen zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilten Tanzlehrers aus Detmold hat die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Sie will in ihrer schriftlichen Begründung unter anderem eine höhere Haftstrafe für den 26-Jährigen fordern.

Der Detmolder war, wie berichtet, durch Auftritte in TV-Shows bekannt geworden und hatte sich über Jahre hinweg mit Betrügereien unter anderem einen luxuriösen Lebensstil finanziert und so einen Schaden von fast 50.000 Euro verursacht. Den Gerichtssaal hatte der Tanzlehrer am 2. April zwar als freier Mann verlassen, er sollte aber binnen weniger Wochen seine Haftstrafe antreten. Das wird sich mit der fristgerecht eingereichten Berufung wohl verzögern.

"Das Urteil ist zu mild", sagte Staatsanwältin Stefanie Kern auf Nachfrage. "Ich hatte ja bereits im Prozess eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten für den Angeklagten gefordert. Das Amtsgericht blieb mit dem Urteil deutlich darunter. Außerdem gehe ich nach wie vor von gewerbsmäßigem Betrug aus."

Der angeklagte Detmolder mit seinem Verteidiger Murat Baspinar. - © Archivfoto: Seda Hagemann
Der angeklagte Detmolder mit seinem Verteidiger Murat Baspinar. (© Archivfoto: Seda Hagemann)

Am vergangenen Freitag bekam die Staatsanwältin die Akten und die Urteilsbegründung zur Einsicht und formuliert nun schriftlich ihre Begründung. Diese wird sie sowohl dem Schöffengericht als auch dem Landgericht zuschicken. Dann muss das Landgericht darüber entscheiden. Das dürfte einige Wochen in Anspruch nehmen.

Die Berufung in dem Fall hat aber auch Auswirkungen auf ein Urteil vom 16. Mai 2011. Damals hatte das Amtsgericht den Detmolder ebenfalls wegen Betrugs zu einer Bewährungsstrafe von fünf Monaten verurteilt. Da er erneut Straftaten beging, wurde die Bewährung widerrufen und er muss die Haftstrafe verbüßen. Im Zuge des Verfahrens am 2. April, in dem eine Gesamtfreiheitsstrafe gebildet wurde, war dieses Urteil nicht vollstreckt worden.

Mit der Berufung ist nun auch dieses erste Urteil gegen den Tanzlehrer wieder in Kraft. Der Anwalt des Verurteilten hat einen Haftaufschub für seinen Mandanten beantragt, da der 26-Jährige sich zurzeit freiwillig in einer Therapie befindet. Rechtsanwalt Murat Baspinar bestätigte das. Mehr könne er zu dem Fall aber nicht sagen: "Ich werde die Berufungsbegründung abwarten."

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