Kopp sorgt sich um weitere Erforschung der Falkenburg

Staatssekretärin warnt vor finanziellem Rückzug des Bundes, wenn das Land Denkmal-Mittel streicht

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Detmold. Die Parlamentarische Staatssekretärin Gudrun Kopp (FDP) hat vor einem Ausbleiben der Fördergelder aus Berlin für die archäologische Erforschung der Falkenburg-Ruine gewarnt. Sollte das Land NRW seinen Beitrag nicht mehr leisten, werde auch der Bund für Projekte in Nordrhein-Westfalen keine Sondermittel mehr zahlen.

Kopp appellierte in einer Pressemitteilung an die Landesregierung, die Arbeiten an der Falkenburg weiter finanziell zu unterstützen. Der Bund habe die Ruine, gemeinhin "Wiege Lippes" genannt, mittlerweile als "Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung" eingestuft. Die Entscheidung über die Bewilligung neuer Fördermittel werde in der aktuellen Sitzungswoche des Bundestages getroffen. "Klar ist: Ein Großteil der Finanzmittel dieses Haushaltstitels ist für Projekte vorgesehen, die dem Vorbehalt der Ko-Finanzierung durch Länder, Kommunen und private Träger unterliegen", betont die Lagenser Bundestagsabgeordnete.

"Sollte das Land NRW seinen Anteil von nur 20 Prozent nicht mehr beitragen, wird dies nicht zur Steigerung der Bundesmittel führen", so Kopp. "Ohne Ko-Finanzierung wird das bewährte Denkmalschutz-Sonderprogramm, für das der Bund jährlich mehr als 40 Millionen Euro bereitstellt, für die Förderprojekte in Nordrhein-Westfalen schlicht beendet werden." Derzeit übernehme der Bund 50 Prozent der Fördermittel für die Falkenburg-Ausgabung. 20 Prozent  müssen vom Land, 20 Prozent von der Stiftung NRW und 10 Prozent vom Eigentümer erbracht werden.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft habe sich bislang für nicht zuständig erklärt, sondern Kopps eindringliche Bitte, die vorgesehene, stufenweise Abschaffung jeglicher Denkmalpflegemittel des Landes NRW zu überdenken, "an die zuständige Fachbehörde weitergereicht", heißt es in der Mitteilung der Liberalen weiter.

"Ich bin dennoch immer noch zuversichtlich, dass die nötige Ko-Finanzierung doch noch zustande kommen wird", hofft Kopp weiterhin. Schließlich habe Landesministerin Ute Schäfer (SPD) noch im letzten Sommer beim Ortstermin auf der Ruine Falkenburg weitere Unterstützung des Landes NRW signalisiert. Kopp: "Jetzt heißt es Farbe bekennen!"

Die ab 1194 errichtete Anlage gilt mittlerweile als eine der größten Höhenburgen in Westfalen. Sie ist der Kern der lippischen Territorialherrschaft am Teutoburger Wald. Viele spektakuläre Funde sind bei den Ausgrabungen schon gemacht worden.

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