19-Jähriger ist nach Messerangriff in Horn außer Lebensgefahr

Kripobeamte informieren Ex-Freundin in der Türkei - Eltern wollen aus der U-Haft raus

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19-Jähriger ist außer Lebensgefahr (© Horn)

Detmold (seh). Das Opfer der brutalen Messerattacke am Horner Bahnhof ist vier Tage nach der Tat außer Lebensgefahr. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Christopher Imig auf Anfrage. Die Kripo hat unterdessen am Montag, 17. Juni, mit der Ex-Freundin des Opfers in der Türkei telefoniert. Sie erfuhr an ihrem 17. Geburtstag von der Tragödie in Horn.

Imig bestätigt diese Informationen: "Kripobeamte haben sie bei ihrer Tante telefonisch erreicht und mit ihr gesprochen. Für uns war wichtig zu wissen, ob es dem Mädchen dort gut geht." Wie das Mädchen auf die Nachricht reagiert hat und was sie den Beamten gesagt hat, wird wohl erst vor Gericht zur Sprache kommen.

Am Freitag, 14. Juni, gegen 16 Uhr wurde ein 19-Jähriger am Horner Bahnhof von den Eltern seiner Ex-Freundin mit einem Messer angegriffen. - © Foto: Engelhardt
Am Freitag, 14. Juni, gegen 16 Uhr wurde ein 19-Jähriger am Horner Bahnhof von den Eltern seiner Ex-Freundin mit einem Messer angegriffen. (© Foto: Engelhardt)

Leicht genervt reagierte der Oberstaatsanwalt auf die öffentlichen Mutmaßungen der Familie der inhaftierten Eltern im Hinblick auf die angeblichen Hintergründe der Bluttat. "Es hat keinen Sinn, dass die Familie selbst Ermittlungen anstellt oder öffentlich Vermutungen äußert. Wir wollen jetzt in Ruhe ermitteln und suchen selbstverständlich sowohl belastendes als auch entlastendes Material." Imig ist sich sicher, dass die Familie versucht, die Behörden über diese öffentlichen Äußerungen zu beeinflussen. "Ich rate der Familie zur Besonnenheit", sagte Imig.

Die Familie hat unterdessen angekündigt, die nun 17-Jährige, die zwei Jahre lang mit dem deutschen Opfer liiert war, zur Verhandlung zurückholen zu wollen, falls das Gericht dies für wichtig erachte.

Unterdessen wurde bekannt, dass der 37-jährige Vater, der in Detmold in U-Haft sitzt, sich von Rechtsanwalt Mark Andre Meding aus Münster und die Mutter - zurzeit in der JVA Bielefeld-Brackwede - sich von Rechtsanwalt Lutz Klose aus Bielefeld vertreten lassen. Beide Anwälte sollen eine Haftprüfung beantragt haben, damit die Inhaftierten aus der Untersuchungshaft entlassen werden.

Klose soll außerdem gegenüber Medien geäußert haben, dass der Mordvorwurf gegen seine Mandantin nicht zu halten sein wird, da sie von dem Messer, das ihr Mann zur Tatzeit bei sich hatte, nichts gewusst haben will. Sie soll noch versucht haben, ihren Mann zurückzuhalten. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an.

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