Initiative zu Ordnungsamtsbestattungen enthüllt "Gedenk-Mal"

Erinnerung an Verstorbene auf dem Waldfriedhof Kupferberg

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"Gedenk-Mal" erinnert an Verstorbene - © Detmold
"Gedenk-Mal" erinnert an Verstorbene (© Detmold)

Detmold-Heidenoldendorf (aga). Noch wirkt der große Rahmen aus Corten-Stahl etwas unausgefüllt. 28 Zettel mit Namen Verstorbener haften an den Stahlleinen des "Gedenk-Mals" auf dem Waldfriedhof Kupferberg. Es soll an jene erinnern, die keine Angehörigen haben, die sich um die Beerdigung kümmern.

"Zur Würde des Menschen gehört auch die Anteilnahme über den Tod hinaus", bekräftigte Pfarrer Christian Ritterbach. Der Leiter des katholischen Pastoralverbands in Detmold lobte bei der Einweihung des Denkmals die Arbeit der Ökumenischen Initiative zu Ordnungsamtsbestattungen, die sich seit etwa eineinhalb Jahren um das Andenken jener Verstorbener bemüht.

Matthias Weiken, Stephan Otters, Professor Ernst Thevis, Julia Vietmeier und Susan Hildebrand (von links) von der Ökumenischen Initiative zu Ordnungsamtsbestattungen bringen die ersten Namensfähnchen an. - © Foto: Gallisch
Matthias Weiken, Stephan Otters, Professor Ernst Thevis, Julia Vietmeier und Susan Hildebrand (von links) von der Ökumenischen Initiative zu Ordnungsamtsbestattungen bringen die ersten Namensfähnchen an. (© Foto: Gallisch)

Einmal im Quartal gibt es eine Trauerfeier mit anschließender Beisetzung auf einem anonymen Gräberfeld. Und damit die Toten nicht in Vergessenheit geraten, wurde nun das "Gedenk-Mal" konzipiert.Getreu dem Motto "Wertschätzung über den Tod hinaus - Zur Würde des Menschen gehört sein Name" dient der Stahlrahmen, der auf einer stählernen Bank ruht, der Erinnerung. Dies geschieht über Namensfähnchen, die an Stahleinen befestigt werden und im Wind flattern.

Professor Ernst Thevis, Dozent für Architektur und Innenarchitektur an der Hochschule OWL und Ideengeber für das "Gedenk-Mal", sprach die bevorstehende Veränderung seines Kunstwerks an. Diese sei zum einen durch den Corten-Stahl gegeben, der bis zu einem bestimmten Punkt rot werde, was beabsichtigt sei. Der dann erreichte rostrote Farbton werde das Gebilde besser aus seiner Umgebung abheben. Dazu komme die wachsender Zahl der Namensfähnchen, die den Rahmen immer mehr ausfüllen werden.

Ritterbachs evangelische Kollegin Claudia Ostarek, Superintendentin der Klasse Detmold, sprach von "drei Blitzlichtern", die für sie die Arbeit der Initiative kennzeichneten. Das erste sei die Faszination, mit der sie das Engagement der Bürger wahrnehme, die zu den Trauerfeiern kämen, ohne die Toten gekannt zu haben. Dazu kämen die erfolgreichen Recherchen zu den Lebenswegen der Verstorbenen, die in die Trauerfeier eingingen. Und das Dritte sei die Freude, die diese Zusammenarbeit trotz des ernsten Hintergrundes mache.

Detmolds stellvertretende Bürgermeisterin Christ-Dore Richter nimmt seit mehr als einem Jahr an diesen Bestattungen teil. Bei der Einweihung des "Gedenk-Mals" lobte sie das Engagement der Initiative ebenfalls.

Die Ordnungsamtsbestattungen auf dem Waldfriedhof Kupferberg finden immer am letzten Donnerstag eines Quartals statt. Die nächste ist am 26. September. 

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