Trauer um Dr. Armin Prinz zur Lippe

Michael Dahl

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Dr. Armin Prinz zur Lippe bei der Feier zu seinem 90. Geburtstag, - © Archivfoto: Preuss
Dr. Armin Prinz zur Lippe bei der Feier zu seinem 90. Geburtstag, (© Archivfoto: Preuss)

Detmold. Dr. Armin Prinz zur Lippe, Oberhaupt des gleichnamigen Adelshauses aus Detmold, ist am 20. August im Alter von 91 Jahren gestorben. Rund 65 Jahre hatte er an der Spitze der Familie gestanden, deren Ursprünge bis in das 12. Jahrhundert zurückzuverfolgen sind.

Information
Auch das niederländische Adelsmagazin "vorsten" berichtet über den Tod von Dr. Armin Prinz zur Lippe. Mehr dazu lesen Sie auf www.vorsten.nl

Armin Leopold Ernst Bruno Heinrich Willa August Prinz zur Lippe, so sein vollständiger Name, wird am 18. August 1924 als einziges gemeinsames Kind von Fürst Leopold IV. und seiner zweiten Ehefrau Anna, einer gebürtigen Prinzessin zu Ysenburg-Büdingen, in Detmold geboren.

Nach Abitur und Kriegsdienst bei der Luftwaffe nimmt er ein naturwissenschaftliches Studium an der Uni Göttingen auf, das er mit der Promotion abschließt. Als sein Vater stirbt, wird Prinz Armin 1950 testamentarisch zum Chef des Hauses bestimmt, eine Aufgabe, der er sich bis zuletzt mit Hingabe gewidmet hat – stets unterstützt von seiner Ehefrau Dr. Traute Prinzessin zur Lippe. Das Paar hatte sich während des Studiums kennengelernt.

Prinz Armin ist über seinen Cousin Bernhard Prinz zur Lippe-Biesterfeld, den 2004 gestorbenen Großvater des amtierenden niederländischen Königs Willem-Alexander, mit dem europäischen Hochadel verwandt. Neben der Verwaltung des Familienerbes fand er stets Zeit für ehrenamtliche Tätigkeiten. So gehört der Verstorbene zu den Mitbegründern der Lippischen Gesellschaft für Kunst. Zeitweilig übernahm er auch die Schirmherrschaft über ein Mutter-Kind-Projekt am Detmolder Klinikum.

Die Nachfolge Prinz Armins wird sein einziger Sohn Stephan Prinz zur Lippe antreten, der seinen Vater schon seit vielen Jahren bei der Leitung des Hauses unterstützt. Überregional bekannt wurde dieser unlängst durch sein Engagement gegen die Errichtung eines Nationalparks im Kreis Lippe.

Hier lesen Sie die offizielle Mitteilung

 

In tiefer Trauer geben wir den Tod von Dr. Armin Prinz zur Lippe bekannt, der nach kurzer, schwerer Krankheit am 20. August 2015 im Alter von 91 Jahren in Detmold im Kreise seiner Familie verstarb. Dr. Armin Prinz zur Lippe, Jahrgang 1924, war der letzte noch lebende Sohn eines deutschen regierenden Fürsten.

Er war ein moderner Mensch und doch mit der Geschichte tief verwurzelt. Nach dem Abitur am Leopoldinum in Detmold wurde er 1941 Soldat, lehnte es aber bewusst ab, unter Hitler Offizier zu werden. Nach dem Tod seines Vaters Fürst Leopold IV. zur Lippe im Jahr 1949 rückte Prinz Armin bereits im Alter von 25 Jahren an die Spitze des Hauses, dessen Geschicke er seit dem gelenkt hat. Der promovierte Biologe verwaltete das nach der Revolution 1918 und nach nationalsozialistischen Enteignungen 1938 verbliebene Traditionsvermögen des Hauses und führte es in die Moderne.

Sein besonderes Augenmerk galt bis zuletzt dem Erhalt und der denkmalgerechten Pflege des Stammschlosses in Detmold, das der Familie seit dem 16. Jahrhundert als Residenz dient und das er fast die gesamte Zeit seines Lebens bewohnt hat. Dr. Armin Prinz zur Lippe engagierte sich in zahlreichen Ehrenämtern. Unter anderem war er Mitbegründer und Ehrenvorsitzender der „Lippischen Gesellschaft für Kunst“ sowie jahrzehntelang im Vorstand des Fördervereins für das Landestheater Detmold tätig. Er öffnete den Ahnensaal des Schlosses für Konzerte und pflegte eine herzliche Beziehung zur Hochschule für Musik in Detmold. Ein besonderes Anliegen war ihm auch die Unterstützung der Zuchtbemühungen für die alte lippische Pferderasse, die Senner Pferde, die als die älteste Pferderasse in Deutschland gilt.

Für sein bürgerschaftliches Engagement bekam Prinz Armin 1999 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen. 62 Jahre lang war er mit seiner Ehefrau, Prinzessin Traute, verheiratet. Sein Sohn, Stephan Prinz zur Lippe (56 Jahre), folgt ihm als Oberhaupt der Familie.

Hintergrund zum Adelsgeschlecht in Lippe

Die Ursprünge des Adelsgeschlechts zur Lippe reichen weit zurück. Im Jahr 1123 wird der heutige Name erstmals mit Bernhard de Lippia urkundlich erwähnt. Mit dem Edelherrn Bernhard II. (um 1140-1224) begann der territoriale Aufstieg des Landes Lippe.

Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des Adelshauses gehören der Renaissancefürst Graf Simon VI. (1554-1613), der in Lippe den reformierten Glauben einführte und dessen Bibliothek den heutigen Grundstock der Landesbibliothek bildet und die Gemahlin des Fürsten Leopold I., Fürstin Pauline (1769-1820), die den ersten Kindergarten Deutschlands gründete und deren Stiftung noch heute Kinder und Jugendliche sowie alte Menschen betreut.

Mit dem Ende der Monarchie 1918 endete auch der fürstliche Herrschaftsanspruch des Hauses Lippe. Bis zu seinem Beitritt in das Bundesland Nordrhein-Westfalen im Jahr 1947 existierte das Land Lippe weiter als Freistaat im Kreis der Länder Deutschlands. Dem heutigen Bundesland NRW gehört das ehemalige Land nunmehr als Kreis Lippe an. Die Lippische Rose im Landeswappen von NRW erinnert an die große Geschichte des kleinen Landes.

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