Messerattacke auf Halbbruder: Anklage gegen junge Detmolderin liegt vor

Erol Kamisli

  • 0
Kamerateams, die Polizei und ein Sichtschutzzaun prägen das Bild im November 2019 vor dem Haus in der Neulandstraße. - © Archivfoto: Torben Gocke
Kamerateams, die Polizei und ein Sichtschutzzaun prägen das Bild im November 2019 vor dem Haus in der Neulandstraße. (© Archivfoto: Torben Gocke)

Detmold. Rund drei Monate nach einer tödlichen Messerattacke auf ihren dreijährigen Halbbruder liegt die Anklage gegen eine 15-Jährige aus Detmold vor – nach Informationen dieser Zeitung lautet der Vorwurf Mord.

Helmut Wöhler, der Verteidiger der 15-Jährigen, wollte dies weder bestätigten noch dementieren. „Der Gutachter sitzt noch an seiner schriftlichen Expertise, ob meine Mandantin zur Tatzeit schuldfähig war oder nicht", so Wöhler. Das Mädchen habe seit der Tat keinen Kontakt zu ihrer Mutter oder anderen Verwandten. „Sie würde sich ein solches Treffen sehr wünschen", sagt Wöhler. Der Prozess werde wahrscheinlich vor der Jugendschutzkammer des Detmolder Landgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt.

Der Fall hatte im November vergangenen Jahres Entsetzen ausgelöst, da die Hauptschülerin ihren schlafenden Halbbruder in der heimischen Wohnung in Detmold mit insgesamt 28 Messerstichen getötet haben soll. Zudem soll sie mit dem blutverschmierten Messer Schriftzeichen an der Wand hinterlassen haben. Laut Ermittler habe sie als Tatmotiv eine tiefe Abneigung gegen den Halbbruder angegeben.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2020
Inhalte von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!