Zu viel Nitrat im Humfelder Brunnen

Karl-Heinz Krull

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Zu hohe Werte: Trinkwasser aus dem Brunnen 1 in Humfeld ist zu stark mit Nitrat belastet. - © Karl-Heinz Krull
Zu hohe Werte: Trinkwasser aus dem Brunnen 1 in Humfeld ist zu stark mit Nitrat belastet. (© Karl-Heinz Krull)

Dörentrup-Humfeld. Zwei Brunnen und ein Quellgebiet sichern die Trinkwasserversorgung in der Gemeinde Dörentrup. Einer der Brunnen in Humfeld reißt den erlaubten Höchstwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Dort sind 68 Milligramm gemessen worden.

Eine Gefahr für die Wasserversorgung in Dörentrup gebe es aber nicht, betonte Ingenieurin Sarah Frevert von der Gemeinde Dörentrup in der Sitzung des Ausschusses für Umweltangelegenheiten. Der hatte die Nitratbelastung der Brunnen auf der Tagesordnung – und mögliche Maßnahmen, wie das Nitrat im Trinkwasser reduziert werden könnte. Dazu war Michel Eich vom Gesundheitsamt des Kreises Lippe zu einem Vortrag eingeladen. „Die Trinkwasserqualität in Lippe ist sehr gut“, stellte der fest. Man lebe hier in einem „Tal der Glückseligen“, meinte er und schloss die Gemeinde Dörentrup ausdrücklich mit ein.

Diese reagiert auf die Überschreitung der Nitratwerte, indem sie das Wasser aus zwei Brunnen vermischt. Das Trinkwasser, das schließlich aus den Wasserhähnen fließt, hat zwischen 20 und 30 Milligramm Nitrat pro Liter.

Die Nitratbelastung zu reduzieren, indem weniger nitrathaltiges Wasser dazugemischt wird, ist auch in anderen lippischen Gemeinden geübte Praxis. Bei 139 Tiefenbrunnen in Lippe, so Eich, gebe es sechs Rohwasserbrunnen, bei denen Nitratwerte zwischen 51 und 68 Milligramm pro Liter gemessen wurden. Bei der Lösung des Problems setzt Eich auf die „Arbeitsgemeinschaft Nitratprävention“ im Kreis, die im Oktober 2015 mit ihrer Arbeit begann und die Kommunikation zwischen Wasserwirtschaft und Landwirtschaft voranbringen soll. So soll etwa eine geänderte Düngemittelverordnung ebenfalls langfristig Erfolge bringen.

Da der Nitratgehalt im Brunnen Humfeld 1 zunimmt und möglicherweise auch der Wert in Brunnen 2 steigt, besteht die Gefahr, dass das Wasser irgendwann nicht mehr nutzbar ist und der Brunnen ausfällt. Kein Problem – so der Tenor der Verantwortlichen in der Sitzung: Für den Fall gebe es dennoch genug verfügbares Trinkwasser aus dem Quellgebiet in Hillentrup. Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass die Brunnen nicht aufgegeben werden sollen. Schnelle Lösungen konnte im Ausschuss aber niemand anbieten.

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