Für drei Millionen Euro: Gut Dörenhof baut Wohnheim für Suchtkranke

Es folgt der Umbau eines Gebäudes zu Werkstätten

Sylvia Frevert

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Richtfest: (von links) Karl-Eitel John (Kreis Lippe), Bürgermeister Friedrich Ehlert, Architekt Stefan Brand, Dörenhof-Geschäftsführer Jürgen Schumacher und Andrea Dalpke, pädagogische Leiterin. - © privat
Richtfest: (von links) Karl-Eitel John (Kreis Lippe), Bürgermeister Friedrich Ehlert, Architekt Stefan Brand, Dörenhof-Geschäftsführer Jürgen Schumacher und Andrea Dalpke, pädagogische Leiterin. (© privat)

Dörentrup-Hillentrup. Noch ist es ein Rohbau, grau und trist, über dem der grüne Richtkranz hängt. Aber schon bald soll sich der Neubau der Wohnräume auf Gut Dörenhof harmonisch in das historische Hofensemble auf dem Krubberg einfügen. Bis zum Herbst 2017 entsteht auf gut 1.000 Quadratmetern Fläche ein moderner Lebensmittelpunkt für 24 suchtkranke Menschen, die dort für die Dauer ihrer Langzeittherapie eine Heimat finden.

Über den erreichten Baufortschritt freuten sich auch Andrea Dalpke als pädagogische Leiterin und Geschäftsführer Jürgen Schumacher, der eine ganz besondere Bindung an den Ort hat: Er lebt und arbeitet dort seit 1992 und hat die Einrichtung wachsen sehen. Diese trägt bereits den dritten Namen in ihrer Geschichte. Seit 2006 ist der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Kostenträger des Guts Dörenhof.

Information
Geschichte

Seit 1992 ist das zwischen Hillentrup und Lüdenhausen gelegene Gut Dörenhof Heimat für suchtkranke Menschen. Ein französischer Investor erwarb das Gut damals. Acht Menschen zogen als Selbsthilfegruppe ein. Heute werden in der Einrichtung Erwachsene nach ihrer Drogen-Entgiftung auf ein selbstständiges Leben vorbereitet.

Im ersten Bauabschnitt entsteht nun der Wohnbereich neu, danach wird der bisherige Wohnbereich zu Werkstätten umgebaut. Die Investitionssumme veranschlagen die Bauherren und der Lemgoer Architekt Stefan Brand mit drei Millionen Euro. „Das geht natürlich nicht ohne Fördermittel", erklärt Schumacher und beschreibt die zwei Jahre dauernde Planungsphase, in der Unterstützer wie die Aktion Mensch und die Stiftung für Wohlfahrtspflege mit dem Engagement des LWL koordiniert werden mussten.

Im vergangenen Juni rückte dann der Abrissbagger an – zunächst sehr zum Unglück der Menschen vor Ort. „Wir wollten eigentlich die schöne Bruchsteinscheune erhalten, in der unsere Werkstätten untergebracht waren", erinnert sich Schumacher. Dies sei aber, so betont auch Architekt Brand, aus energetischer, brand- und schallschutztechnischer Sicht nicht machbar gewesen. „Aber zumindest die Bruchsteine haben wir aufbewahrt. Aus ihnen wird eine schöne Mauer gebaut", sagt Schumacher.

Wo früher die Werkstätten untergebracht waren, entstehen nun Einzelzimmer für die Bewohner mit jeweils eigenem Bad in dem zweistöckigen, barrierefrei mit Fahrstuhl geplantem Gebäude. Damit sich das neue Gebäude optisch nahtlos in den historischen Vierseitenhof einfügt, wird das Erdgeschoss die Klinkerfassade der Nachbargebäude aufnehmen.

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