Kinder und Ponys üben in Humfeld für Musical auf der Horsica

Marlen Grote

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Vertrauen ist wichtig: Liv Lautenschläger (7) führt Shetlandpony Lenny unter einem Tuch hindurch. Das Pony findet das noch ein bisschen unheimlich. Trainerin Katrin Engstfeld gibt Tipps. - © Karl-Heinz Krull
Vertrauen ist wichtig: Liv Lautenschläger (7) führt Shetlandpony Lenny unter einem Tuch hindurch. Das Pony findet das noch ein bisschen unheimlich. Trainerin Katrin Engstfeld gibt Tipps. (© Karl-Heinz Krull)

Dörentrup-Humfeld. 14 Kinder mit zehn Ponys sind in der Reithalle des Reitvereins Dörentrup aktiv. Sie reiten nicht nur, sondern üben Kutsche fahren und bringen ihren vierbeinigen Partnern Kunststücke bei. Das alles wollen sie im März auf einer Messe vorführen – im Rahmen eines Pferde-Musicals.

Das Projekt in Kooperation mit dem Extertaler Fahrverein soll den Nachwuchs behutsam ans Pferd heranführen und den Kindern zeigen, wie vielfältig die Beschäftigungsmöglichkeiten mit den Tieren sind. „Alle haben mit Bodenarbeit angefangen – das ist die Basis", berichtet Organisatorin und Fahrtrainerin Sylvia Frevert. So haben die Kinder gelernt, wie sie die Ponys richtig führen und mit ihnen umgehen. Danach durften alle ausprobieren, ob ihnen Reiten, Kutsche fahren oder das Einüben von Zirkuslektionen besser gefällt.

Seit Anfang November üben die Mädchen und Jungen zwischen sieben und zwölf Jahren. Ziel ist es, die einzelnen Einheiten für die Aufführung am 25. März bei der Pferdemesse „Horsica" in Bad Salzuflen zu einem Musical namens „Little Willy" zusammenzufassen. „Ein Pony träumt davon, was es alles machen könnte", beschreibt Frevert die grobe Handlungslinie, die den Kindern viel Freiraum lassen soll – auch für selbst ausgedachte Kostüme.

Inzwischen haben sie sich aufgeteilt. Zwei Mädchen und zwei Jungen lernen bei Sylvia Frevert wie eine Kutsche mit ein oder zwei Ponys richtig gelenkt wird und wie man den Pferden das Geschirr korrekt anlegt. Im Rahmen des Projekts können sie auch gleich ihr erstes Fahrabzeichen ablegen. Sechs andere Kinder haben sich für das Reiten im Westernstil entschieden. So sei es auch für die, die schon Reitstunden hatten, eine neue Erfahrung, erklärt Trainerin Marion Eke: „Da mussten sich die Kinder erst umstellen."

Aber auch wenn sie später auf eine andere Reitweise umsteigen, profitierten die Kinder von ihren Erfahrungen im „Cowboy-Sattel", sagt die Reitlehrerin. Denn beim Westernreiten werden die Pferde durch leichte Gewichtsverlagerungen gelenkt – wer das kann, kann später jedes Pferd mit sehr feinen Signalen reiten. Bei dem Projekt werden die Kinder zur Sicherheit geführt. In Schritt und Tab müssen sie Slalom reiten, auf den Punkt genau anhalten oder das Pferd rückwärts gehen lassen.

Besonders bunt ist der Bereich der vier Kinder, die Kunststücke üben. Podeste, bunte Planen, Pylonen und Tücher kommen hier zum Einsatz – für die Ponys gewöhnungsbedürftig. Daher lernen die Kinder, wie sie das Vertrauen der Pferde durch klare Körpersprache gewinnen. „Mir gefällt besonders, dass man den Pferden hier etwas beibringen kann", erklärt die elfjährige Jule. Denn einige Tricks lernen die Ponys für die Vorführung ganz neu.

Dieses Vertrauen brauchen sie auch, wenn der große Tag der Aufführung da ist. Die muss auf Anhieb in fremder Umgebung klappen. Musik, Scheinwerferlicht und Applaus, dazu die besondere Atmosphäre – nicht alles davon könne man in einer Reithalle simulieren, sagt Katrin Engstfeld. Sie ist als Trainerin für Horsemanship für den Bereich Bodenarbeit und Zirkuslektionen zuständig.

„Klatschen haben wir schon geübt", berichtet sie. Die Kinder sehen dem großen Ereignis eher gelassen entgegen. „Es kommt auf den Spaß an", sagt Kaius (11 Jahre) souverän. Schon im Vorfeld kann das Team einen ersten Erfolg feiern: „Little Willy" wurde von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) als Beispiel für gelungene Jugendarbeit ausgezeichnet.

Von Mai bis August wird es wieder einen Kinderkursus geben. Infos dazu unter www.little-willy.de

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