Die Büchereien brauchen Freiwillige

Torben Gocke

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Gisela Gahlert hat sich über Jahrzehnte um die Bücherei in Dörentrup gekümmert, jetzt will sie hier einen Schlussstrich ziehen und würde sich über einen Nachfolger freuen. - © Torben Gocke
Gisela Gahlert hat sich über Jahrzehnte um die Bücherei in Dörentrup gekümmert, jetzt will sie hier einen Schlussstrich ziehen und würde sich über einen Nachfolger freuen. (© Torben Gocke)

Dörentrup. Zwei kleine, aber gut gepflegte Büchereistandorte gibt es in der Gemeinde. Dass hier alles rund läuft, dafür setzen sich Gisela Gahlert und Gisela Wiemann ehrenamtlich ein. Beide wollen allerdings zum Jahresende aufhören. Das endgültige Aus für die Büchereien steht nicht zu befürchten, heißt es aus der Gemeindeverwaltung – Helfer werden dennoch gesucht.

Die beiden Ehrenamtlichen haben mehrere Gemeinsamkeiten. Gisela Gahlert und Gisela Wiemann teilen sich nicht nur einen Vornamen, sondern auch die Leidenschaft fürs Lesen. Bei beiden reicht sie so weit, dass sie für ihre Heimatgemeinde im Ehrenamt die Büchereistandorte betreuen – „und das machen wir beide bereits seit mehreren Jahrzehnten", berichtet Gahlert im LZ-Gespräch. Als sie vor 32 Jahren mit dieser Arbeit begonnen hatte, war noch vieles anders in der Dörentruper Leselandschaft. „Damals hatte die Gemeinde im Grunde in jedem Dorf eine Bücherei und ich weiß noch, dass ich es schön fand, diese Aufgabe zu übernehmen, nicht zuletzt wegen der Kinder, die regelmäßig zur Ausleihe kamen", erinnert sich Gahlert.

Der Nachwuchs verirrt sich heute kaum noch in den kleinen Raum im Gebäude der Gemeindeverwaltung. „Das Leseverhalten hat sich an vielen Stellen geändert", sagt die Ehrenamtliche. „Junge Menschen greifen heute einfach grundsätzlich seltener zum Buch und bei den Kindern, die viel lesen, ist es oftmals üblich, dass Bücher direkt gekauft werden", sagt Gahlert. Für die Gemeindebücherei käme erschwerend hinzu, dass heute viele Schulen gut sortierte Ausleihregale hätten. Bücherfreunde, die zu ihr kommen, das seien heute überwiegend Senioren – „das muss man wohl so sagen. Es gibt einen festen Kreis von Büchereibesuchern, die regelmäßig ihren Weg hier her finden und an deren Interessen orientiere ich mich natürlich bei der Beschaffung", sagt die 67-Jährige. Bis heute mache es ihr Freude, einmal in der Woche die Türen der Bücherei zu öffnen und für ihre Leser da zu sein, „aber irgendwann ist es mal an der Zeit für etwas Neues", sagt die Ehrenamtliche. Sie habe diese Aufgabe jetzt lange genug ausgeübt, jetzt sei es Zeit für einen Wechsel.

Antje Schake von der Gemeindeverwaltung ist zuversichtlich, dass ein Aus für die Gemeindebüchereien nicht bevorsteht, trotz des Ausscheidens beider Ehrenamtlicher zum Ende dieses Jahres. „Bislang sieht es so aus, dass wir für den Standort am Rathaus bereits eine Lösung haben und für Schwelentrup ist wohl ebenfalls ein Ausweg in Sicht." Nach wie vor dürften sich jedoch gern Freiwillige bei der Verwaltung melden, die ein Interesse an dieser Tätigkeit hätten, „wir freuen uns über jeden, der sich einbringen möchte."

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