Kaltblüter bereiten das Feld für die Großveranstaltung "PferdeStark"

Nicole Ellerbrake

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Besser als jede Maschine: Erhard Schroll pflügt mit seinen Pferden Ella und Eibe das Feld. - © Nicole Ellerbrake
Besser als jede Maschine: Erhard Schroll pflügt mit seinen Pferden Ella und Eibe das Feld. (© Nicole Ellerbrake)

Dörentrup-Wendlinghausen. Furche um Furche ziehen die großen und kräftigen Pferde in den Acker. Die traditionellen Zugtiere sind auf dem Feld kaum noch zu sehen, aber keinesfalls vergessen. Die Mitglieder der Interessengemeinschaft Zugpferde Nordrhein-Westfalen (IGZ NRW) treffen erste wichtige Vorbereitungen für ihr großes Fest im August.

Das Wetter hätte tatsächlich besser sein können, doch den Pferden machte der Regen nichts aus und auch die Zweibeiner waren nicht empfindlich. Am Samstag galt es, die großen Ackerflächen hinter dem Schloss und Gut Wendlinghausen zu bearbeiten. 30 der insgesamt rund 330 Mitglieder der Interessengemeinschaft waren mit fünf Gespannen aus imposanten Kaltblütern aus ganz NRW angerückt, um bei den Vorbereitungen zu helfen.

Auf den zehn Hektar hinter dem Schloss soll am 24. und 25. August wieder die „PferdeStark" stattfinden. Das komplette Areal verwandelt sich dann in eine riesige Show-Bühne, auf der in mehreren Bereichen Vorführungen zum Thema Pferde und Zuggeräte stattfinden. Neben Wettbewerben, wie zum Beispiel dem Holzrücken, bei dem die Pferde Baumstämme über und um Hindernisse manövrieren müssen, wird es viele Mitmach-Aktionen geben. Im „Kaltblutkindergarten" sind niedliche Fohlen zu sehen.

Vereine und Gruppen aus ganz Europa reisen im August nach Dörentrup, um ihre Pferde in abwechslungsreichen und aufwendigen Shows vorzustellen. „Kurz gesagt: Es wird so viel zu sehen geben, dass die zwei Tage wohl kaum ausreichen werden", sagt Vorsitzender Sebastian Dahlkötter. Vor allem an Familien sei das Angebot gerichtet, die von den familienfreundlichen Preisen (Kinder unter zwölf Jahren sind frei), dem vielfältigen Angebot und den Mitmachaktionen profitieren können. Der Interessengemeinschaft geht es dabei darum, die Zugpferde wieder stärker in die Landwirtschaft zu integrieren. „Viele Bio-Bauern und Vertreter der solidarischen Landwirtschaft besuchen die ,PferdeStark’ gerne, um sich über Alternativen zum Traktor zu informieren", so Dahlkötter.

Die Pferde am Samstag haben ihren Job mit Bravour gemeistert und den Acker so gepflügt, dass nun Kartoffeln, Mais und Getreide eingesät werden können. Die Kartoffeln werden dann im August von den Pferden wieder frei gelegt und dürfen von den Besuchern aufgesammelt und kostenlos mitgenommen werden.

Pferde mit ruhigem Wesen

Vor dem Pflug sind fast ausschließlich Kaltblüter zu sehen. Die großen und kräftig gebauten Tiere eignen sich aber nicht nur wegen ihrer Statur gut für die Zugarbeit. Ihr ausgeglichenes und ruhiges Wesen ist ebenso wichtig, denn auch in schwierigen Situationen, wie etwa beim Holzrücken im Wald, bewahren sie die Nerven. Dabei hat der Name Kaltblüter nichts mit der Temperatur des Bluts zu tun, sondern bezeichnet lediglich das Temperament der Tiere.

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