LZ-Kinderuni: Zusammen gegen Mobbing

Bernhard Preuss

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Schnell füllt sich die Wand mit der Ideensammlung der Kinder. - © Bernhard Preuss
Schnell füllt sich die Wand mit der Ideensammlung der Kinder. (© Bernhard Preuss)

Dörentrup. „Die hat immer so voll fettige Haare" oder „Der ist doch total doof" – es ist so einfach, zum Opfer von Mobbing zu werden. Um so mehr, wenn sich die Botschaft viral in den Bekanntenkreisen in den sozialen Netzwerken verbreitet. Was man dagegen tun kann, haben gestern Nachmittag 30 Mädchen und Jungen im dritten Teil der aktuellen LZ-Kinderuni erarbeitet.

Den Workshop im Innovationszentrum in Dörentrup leitete Prof. Roswitha Gembris von der Fachhochschule des Mittelstands zusammen mit ihrer Assistentin Nicoletta Katopolis. „Gerade im anonymen, schnelllebigen Internet werden üble Nachreden oft rausgehauen, ohne weiter nachzudenken", ist sich Gembris sicher. Und meist geschehe das eher aus Gedankenlosigkeit und Langeweile, als aus böser Absicht. Deshalb riet sie den LZ-Jungstudenten, sich auch einmal zu überlegen, „würde ich wollen, dass so über mich geredet wird?", bevor sie etwas posten.

Wie schnell man als Mobbing-Opfer an Selbstsicherheit einbüßen kann, zeigte sich dann bei einem kurzen Experiment, in dem fünf Kinder kurz den Raum verließen und danach von den übrigen ignoriert wurden. Obwohl die Situation schnell beendet wurde, fühlten sich die Gemobbten unsicher und allein, als ob sie etwas falsch gemacht hätten. Gegen die drohende Isolierung sei es gut, sich Hilfe zu suchen – zum Beispiel bei Eltern oder Lehrern. Auch sollte man den Mobbern klar machen, was sie anrichteten, überlegten die Kinder. Den Auftrag dazu haben sie jetzt als frisch gebackene „Botschafter ohne Mobbing".

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