"Reichsbürger" verlassen Försterhof vor der Zwangsräumung

Jens Rademacher

Unter Polizeischutz: Die Räumung des alten Försterhofs in Rott verlief ohne Störungen. - © Jens Rademacher
Unter Polizeischutz: Die Räumung des alten Försterhofs in Rott verlief ohne Störungen. (© Jens Rademacher)

Extertal-Rott. Mit Polizeiunterstützung ist der Gerichtsvollzieher am Montag angerückt - doch der alte Försterhof in Rott war schon verlassen. Die Räumung des Anwesens konnte ohne die befürchteten Störungen von Angehörigen der "Reichsbürger"-Organisation über die Bühne gehen.

Die neuen Eigentümer, sechs junge Leute aus Rinteln, hatten das Ensemble mit Wohngebäuden und Scheunen bei einer Zwangsversteigerung erworben und wollen dort wohnen. Die bisherige Besitzerin hatte dort unter anderem "Heilungstage" veranstaltet und wollte zuletzt nicht weichen. Wie berichtet, hatte sie sich Unterstützung von der "Justizopferhilfe" aus Löhne geholt - eine Gruppe der rechtsradikalen "Reichsbürger", die die Bundesrepublik nicht anerkennen wollen. Die Justizopferhilfe hatte dazu aufgerufen, die Zwangsräumung zu verhindern.

Deshalb bestand die Befürchtung, dass es am Montag hoch hergehen könnte. Doch die mit mehreren Fahrzeugen angerückte Polizei brauchte nicht einzugreifen: Die bisherigen Bewohner hatten das 14.500-Quadratmeter-Grundstück offenbar schon am Sonntag verlassen. Zurück blieben teils heruntergewirtschaftete Gebäude und verwüstete Räume sowie Scheunen, von denen einige offenkundig einsturzgefährdet sind. Eine Überraschung gab es aber: In einer Scheune entdeckten die Beamten ein zurückgelassenes Auto.

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