Der Radweg durchs Extertal ist fertig

Die Helfer legen letzte Hand an

Jens Rademacher

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Dirk Huxol (auf der Leiter), Heinrich-Wilhelm Tölle (rechts) und Ulrich Meierhans (im Hintergrund) sichern die Böschung des Radwegs an einer Stelle bei Eimke. - © Jens Rademacher
Dirk Huxol (auf der Leiter), Heinrich-Wilhelm Tölle (rechts) und Ulrich Meierhans (im Hintergrund) sichern die Böschung des Radwegs an einer Stelle bei Eimke. (© Jens Rademacher)

Extertal. Vier Bänke werden noch aufgestellt, eine Böschung wird gesichert, ein Geländer kommt noch hinzu. Aber abgesehen von diesen Kleinigkeiten ist der Bürgerradweg durchs Extertal fertig. Etwa 15 Jahre lang war das Vorhaben immer wieder gescheitert – jetzt hat es eine Projektgruppe mit vielen Helfern, Unterstützern und Sponsoren gestemmt.Und – im Wortsinne – mit Hilfe der Extertalstraße. Denn die Sanierung der Fahrbahn bedeutete im vergangenen Juli auch „Großkampftage" für die Projektgruppe – denn die alte Fahrbahndecke wurde in Form von Fräsgut zum Radweg. Innerhalb kurzer Zeit transportierten die Helfer mit Trecker und Muldenkipper mehr als 4000 Tonnen davon. Deshalb hat der Radweg keine Asphaltdecke bekommen, sondern eine Grobschicht aus kleingemachtem Asphalt als Unterbau und eine Feinschicht obendrauf.

Information

Eröffnungsfest am 7. Mai

Der Radweg kann bereits genutzt werden. Am Samstag, 7. Mai, steht die offizielle Eröffnung an. Um 15 Uhr treffen sich Radfahrer und Wanderer am Autohaus Dröge am Papenweg in Bösingfeld, um zum Gut Ullenhausen (Hof Braband) zu starten. Dort wird ab 16 Uhr gefeiert. Es gibt Speisen und Getränke. Julia Stein und Hans Böhm von Marketing Extertal machen Musik.

Auf knapp vier Kilometern gibt es damit nun eine Verbindung für Radfahrer und Fußgänger zwischen Bösingfeld und Ullenhausen – abseits der Landesstraße 758, aber doch parallel zu ihr. Zweimal wechselt der Radweg auf die andere Straßenseite, einmal per Querungshilfe, einmal durch den Tunnel bei Gut Ullenhausen. Weiter geht’s bis Barntrup, weil der Radweg an den vorhandenen anschließt und über Alverdissen bis in die Nachbarkommune führt, wie die Projektgruppe in einer Pressemitteilung betont.

„Die Arbeitsstunden und die Einsätze haben wir nicht gezählt", sagt Mitglied Hartmut Türck. Vor manch schwieriger Situation hätten die Beteiligten gestanden, erklärt Heinrich-Wilhelm Tölle vom Landwirtschaftlichen Verein. So habe die Linienführung mehrfach geändert werden müssen. Die Vorplanungen seit Herbst 2014 waren langwierig: Die Projektgruppe, zu der auch Mitglieder des Landwirtschaftlichen Vereins, der „Freunde des ländlichen Raums" und des Heimat- und Verkehrsvereins Bösingfeld gehören, führten nicht nur Gespräche mit den Grundstückseigentümern, die die Flächen für den Radweg kostenlos zur Verfügung stellten, wie es heißt.

Auch Verhandlungen mit Behörden – etwa dem Eisenbahn-Bundesamt – standen an, denn der Radweg kreuzt fünf Mal die Bahnschienen der Verkehrsbetriebe Extertal. Zwei Bahnübergänge sanierten die Helfer und mussten an allen Schienen-Kreuzungen Stopp-Schilder aufstellen.
„Die Zusammenarbeit mit der Firma Eurovia, die der Landesbetrieb Straßenbau mit der Sanierung der Extertalstraße beauftragt hatte, ist wirklich gut gelaufen", hebt Türck hervor. Apropos Sanierung: Die war der Auslöser für den Radweg-Bau. Denn unter anderem die Landwirte wollten verhindern, dass – wie damals geplant – die Seitenstreifen der Straße zum Radweg umfunktioniert werden. Sie wollten Ausweichmöglichkeiten für ihre Fahrzeuge und Lkw erhalten.

Das hat geklappt. Nach Angaben der Projektgruppe hat der Radweg etwa 40.000 Euro gekostet. Die Hälfte davon sei in Eigenleistung erbracht worden. Die Mitglieder der Projektgruppe zeigen sich überzeugt: Ohne die Freiwilligen, die Spenden und die Hilfe von Firmen, die oft kein Geld dafür sehen wollten, wäre das Projekt nicht zustande gekommen – vor allem nicht so „günstig und schnell".

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