Politiker legen sechs Windkraftzonen fest

Jens Rademacher

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Windenergieanlage bei Rickbruch: Wohin der Weg in Sachen Konzentrationszonen führt, hat die Extertaler Politik festgelegt. - © Jens Rademacher
Windenergieanlage bei Rickbruch: Wohin der Weg in Sachen Konzentrationszonen führt, hat die Extertaler Politik festgelegt. (© Jens Rademacher)

Extertal. Auf fünf Flächen sollen in Extertal neue Windenergieanlagen gebaut werden dürfen. Das hat der Ausschuss für Planen, Bauen und Gemeindeentwicklung beschlossen. Auch die bestehenden Anlagen nördlich von Bösingfeld werden demnach auf Konzentrationszonen stehen, so dass sie durch größere ersetzt werden können.

Das steht nach dem Votum des Ausschusses im Extertaler Flächennutzungsplan, dessen Neuaufstellung nun vorangebracht wird. Wie berichtet, sind Konzentrationszonen für Windkraft in den Bereichen Hohensonne im Süden, Schnorbeck an der Linderbrucher Straße und Meierberg vorgesehen. Teils stehen dort bereits Windkraftanlagen. Ebenso werden die Flächen Ebenhöhe und Goldbecker Straße mit den bestehenden Anlagen zu Konzentrationszonen. Neu hinzu kommt ein Areal östlich von Kükenbruch mit 15 Hektar Fläche.

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„Bürgerwind" plant Veranstaltung

Interesse, fünf Windkraftanlagen innerhalb der Konzentrationszonen zu bauen, hat die Extertaler „Bürgerwind"-Gesellschaft angemeldet. Laut Mitstreiter Heinrich-Wilhelm Tölle wird die Gesellschaft auch zum Zuge kommen, weil sie schon vor langem Voranträge gestellt habe. „Wir waren die schnellsten", sagte Tölle der LZ. Geplant sei, dass die Bürger sich beteiligen könnten. Zeit und Ort für eine Infoveranstaltung sollen noch bekanntgegeben werden.

Keine Mehrheit fand der Vorschlag von Gemeindeverwaltung und dem beauftragten Planungsbüro ILB aus Rinteln, eine knapp 14 Hektar große Fläche nördlich von Silixen ebenfalls zur Konzentrationszone zu machen. Hier hatte ein Gutachter ermittelt, dass es zu nah an einem Uhu-Brutrevier liege.

Der Artenschutz sei aber kein Ausschlusskriterium, legte der kommissarische Bauamtsleiter Eckhard Paulmann in der Sitzung dar. Silixen sei wieder in die Liste aufgenommen worden, weil im Gegenzug die Flächen in Meierberg und Hohensonne reduziert wurden – hier hatte es Einwendungen von Anwohnern gegeben.

„Wir wollen Silixen nicht hineinnehmen", hielt Ausschussvorsitzender Hans-Helmut Senke (SPD) dagegen und erinnerte an die Mehrheitsmeinung der Kommunalpolitiker. „Wir haben der Windkraft auch so genügend Raum gegeben", verwies er auf die juristischen Vorgaben.

Mitglieder der UWE machten sich allerdings für die Silixer Fläche stark. Das Gutachten schließe das Gebiet nicht aus, sagte Manfred Stoller. Ein Bürger, der während einer Sitzungsunterbrechung nach den Gründen für das Votum gegen Silixen fragte, betonte: „Der Uhu ist dort bislang nicht gesichtet worden." Gegen Stimmen der UWE entschied sich der Ausschuss freilich gegen Silixen und für die Fläche bei Kükenbruch.

Trotz der Veränderungen biete der Plan genug Raum für Windkraft, sagte Gutachterin Christiane Paulmann. Die Flächen – insgesamt knapp 114 Hektar – halten 600 Meter Abstand zu geschlossenen Siedlungen und 450 Meter zu Wohnbebauung im Außenbereich. Zu den bestehenden 22 Anlagen könnten damit zwölf hinzukommen.

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