Silixer feiern das 750-jährige Bestehen ihres Dorfes mit Festwoche

Werber Hoppe

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Festlich: Der Frauenchor „Liederreigen" Kükenbruch-Silixen und der Männergesangverein „Immergrün" Silixen tragen beim Festakt in der Grundschule ein Musikstück vor. Seit einigen Jahren bilden die beiden Chöre eine Gemeinschaft. - © Werner Hoppe
Festlich: Der Frauenchor „Liederreigen" Kükenbruch-Silixen und der Männergesangverein „Immergrün" Silixen tragen beim Festakt in der Grundschule ein Musikstück vor. Seit einigen Jahren bilden die beiden Chöre eine Gemeinschaft. (© Werner Hoppe)

Extertal-Silixen. In dieser Woche feiern die Silixer das 750-jährige Bestehen ihres Dorfes. Beim Festakt zur Eröffnung der Jubiläumswoche sind sie in der Aula der Grundschule zunächst einmal ein in ein Dreivierteljahrtausend Ortsgeschichte eingetaucht.

Den roten Faden vom Jahr 1267, dem Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung, bis in die heutige Zeit knüpfte Willi K. Schirrmacher: Der Vorsitzende des Silixer Heimatvereins sprach eine historische Besonderheit des Ortes an. Denn aufgrund des Grenzveränderungsvertrages von 1971 – des ersten zwischen den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen – kamen damals etliche unmittelbar am Ortskern gelegene Hausstellen zu Silixen und Lippe.

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Äbtissin Gisela und Pfarrer Lutbert

Weil sie für den Unterhalt der Silixer Kirche zuständig war, teilte die Äbtissin Gisela vom Kloster Möllenbeck im 13. Jahrhundert in Vertretung des Bischofs von Minden Lehen in Silixen zu. Und: Sie setzte Lutbert von Eydenhusen als Pfarrer in Silixen ein. Das geht aus dem Dokument von 1267 hervor, das der Ursprung für die 750-Jahr-Feier ist. Denn darin wird Silixen erstmals urkundlich erwähnt.

Grenzstreitigkeiten hatte es über Jahrhunderte gegeben, und erst vor 46 Jahren wurden diese beigelegt. Bis dahin hatten die Häuser zum früheren Nachbar-Landkreis Grafschaft Schaumburg und zum heutigen Rintelner Ortsteil Krankenhagen gehört. "Damit hatte Silixen auf einen Schlag 108 Einwohner mehr", erinnerte Schirrmacher an den Vertragsschluss und seine Auswirkungen, der "für manche Krankenhäger Bürger nicht so ganz leicht" gewesen sei.

So stellte Schirrmacher die Verbindung her zum Festvortrag des Historikers Dr. Roland Linde aus Detmold. Linde, der bereits einen Aufsatz für die Jubiläums-Festschrift geschrieben hatte, zeigte vor den etwa 140 Zuhörern die Verbindung über die Landesgrenze hinweg zum Kloster Möllenbeck auf.

Daraus entwickelten sich die langwährenden Grenzstreitigkeiten, die auch die Phase um das Jahr 1400 überdauerten, in der Dörfer, Städte und ganze Landstriche in Deutschland durch Seuchen und andere Katastrophen entvölkert wurden.

Auch Silixen ist in 750 Jahren nicht von Einwohnerschwund verschont worden. Mit schrumpfenden Bevölkerungszahlen sind auch die lippischen Dörfer zurzeit konfrontiert, hatte Landrat Dr. Axel Lehmann zuvor die aktuellen Herausforderungen angesprochen.

Beim Festakt, der auch durch Vorträge des Kirchenchors und der Chorgemeinschaft aus Männergesangverein "Immergrün" und Frauenchor "Liederreigen" bereichert wurde, lobte er Initiativen wie das Marketing-Projekt "Pro Silixen" und die neue Dorfladen-Genossenschaft. Beides passe in das Zukunftskonzept Lippe 2025 und diene dem Ziel, die Dörfer zu stärken – genauso wie das schnelle Internet, für das der Bund inzwischen 26 Millionen Euro Fördergelder für Lippe bereitstelle.

Die Silixer bleiben weiter am Ball, unterstrich Willi Schirrmacher bei der Vorstellung des jüngsten Projektes: Mit ihrem neu gegründeten Event-Team, das mit der Bewirtung beim Festakt erstmals zum Einsatz kam, will die Dorfgemeinschaft Silixen künftig die größeren Veranstaltungen im Ort unterstützen.

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