Casper widmet seine "1Live Krone" Lippe und Bielefeld

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Casper (l.) und Marteria freuen sich bei der Verleihung der 1Live-Krone über die Auszeichnung in der Kategorie "Bester Live Act". - © Rolf Vennenbernd/dpa
Casper (l.) und Marteria freuen sich bei der Verleihung der 1Live-Krone über die Auszeichnung in der Kategorie "Bester Live Act". (© Rolf Vennenbernd/dpa)

Bochum. Die Rapper Marteria und Casper, zuletzt mit ihrem Album „1982" gemeinsam auf Tour, wurden am Donnerstagabend bei der Verleihung der "1Live Krone" zum besten Live-Act gewählt. Beide haben in den vergangenen Jahren bereits als Solokünstler Kronen mit nach Hause nehmen können und waren bereits 2018 als Duo zweifach gekrönt worden.

Was die Fans aus Ostwestfalen-Lippe besonders freuen dürfte: Die beiden Künstler widmeten die Auszeichnung (unter anderem) ihren Heimatstädten. "Das ist für Rostock, für Bielefeld und für Extertal in Lippe", sagte Casper, nachdem er die Auszeichnung gemeinsam mit Marteria in Empfang genommen hatte.

Auf Instagram postete Casper am späten Abend noch einen sichtlich zufriedenen Schnappschuss von sich und Kumpel Marteria:

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BESTER LIVE ACT 2019 ❤️❤️❤️

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Sido („Tausend Tattoos", „Mein Block") wurde zum „besten Künstler" gewählt. Dass längliche Dankesreden bei dem Publikumspreis unerwünscht sind, weiß der Rapper: „Wurde auch Zeit", sagte er stattdessen grinsend, nachdem er die begehrte runde Glas-Trophäe entgegengenommen hatte.

Dem Hip-Hop-Faible der Hörerschaft trägt „1Live" längst mit einer eigenen Kategorie Rechnung: Als „Bester Hip-Hop Act" nahm der Berliner Rapper Kontra K („Erfolg ist kein Glück", „Blei") eine Krone mit.

Komiker Luke Mockridge führte durch die Show, die dank reichlich Musikeinlagen etwa von den Toten Hosen, Alice Merton und auch Sido nie langatmig wurde. In seiner nahbaren Art erwies er sich als gute Besetzung für diesen Abend, der bewusst auf Glamour verzichtete und stattdessen auf gut gelaunte Lässigkeit setzte.

"Krone" wurde zum 20. Mal verliehen

Die Preisverleihung in der Bochumer Jahrhunderthalle und das rauschende Fest im Anschluss daran gelten als eine Art Klassentreffen der deutschen Musikbranche. Zum 20. Mal fand sie statt. „Es ist so ein bisschen wie die letzte Stunde vor den Ferien", beschrieb Mockridge die Stimmung auf, vor und hinter der Bühne. Die Zeugnisse kamen von den 1Live-Hörern: Per Online-Voting hatten sie im Vorfeld aus rund 40 Nominierten in sieben Kategorien ihre Favoriten gewählt.

Dass Hip-Hop derzeit die Nase vorne hat in der deutschsprachigen Musiklandschaft, zeigte sich nach Sidos Kür zum „Besten Künstler" noch an weiteren Preisträgern - wie der Gewinnerin des Abends schlechthin: Rapperin Juju („Bling Bling", „Hardcore High"), früher als Teil des Damen-Duos SXTN unterwegs, entschied die Königinnen-Disziplin „Beste Künstlerin" für sich. Sie stach damit erfolgreiche Sängerinnen wie Lena und Alice Merton aus. Gleichzeitig gewann Jujus Song „Vermissen", den sie gemeinsam mit Henning May aufgenommen hat, die Krone für die „Beste Single". „Ich bin so, so, so stolz und so glücklich", sagte sie.

„Danke, „1Live", dass ihr extra eine Kategorie für mich gemacht habt", freute sich Erfolgs-DJ Felix Jaehn. Die Kategorie „Bester Dance Act" war in diesem Jahr neu. Nach sieben Nominierungen in früheren Jahren kann Jaehn somit erstmals eine Krone sein Eigen nennen. Auch die Kölner Band AnnenMayKantereit musste mehrerer Nominierungen zum Trotz lange auf ihr Krone-Glück warten: 2019 machten die Hörer sie nun zur „Besten Band".

Sonderpreis für die Robert-Enke-Stiftung

Bei aller zur Schau gestellten Lässigkeit und Lebensfreude der Veranstaltung gab es dennoch Raum für einen sehr nachdenklichen Moment: Der diesjährige Sonderpreis ging an die Robert-Enke-Stiftung, die sich für Aufklärungsarbeit und Erforschung von Depressionskrankheiten einsetzt.

Fußball-Nationaltorwart Robert Enke hatte vor zehn Jahren Suizid begangen. Er hatte mehrere Jahre unter Depressionen gelitten. Seine Witwe und jetzige Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Teresa Enke, hat nach seinem Tod sehr couragiert über die Krankheit ihres Mannes gesprochen - und damit viel dafür getan, das Thema Depression aus der Tabuzone zu holen, wie auch Laudator Jürgen Domian hervorhob, bevor er sie auf die Bühne bat.

Teresa Enke betonte, der Preis stehe für die Entstigmatisierung der Krankheit Depression. „Es ist toll, dass sie angekommen ist, hier auch auf so einer bunten Veranstaltung, wo alles lustig ist, tolle Music-Acts. Und trotzdem reden wir über dieses Thema, ohne Angst zu haben", sagte Enke. Sie bekam langen und stehenden Applaus.

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