Auf ritterlichem Weg zur Falkenburg

Freya Köhring

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Der Ritterweg liefert wunderbare Ausblicke auf die umliegende Region. - © Freya Köhring
Der Ritterweg liefert wunderbare Ausblicke auf die umliegende Region. (© Freya Köhring)

Horn-Bad Meinberg. Mit Falkenburg, Externsteinen, Vogeltaufe und Bärenstein bietet der Rundweg ab Holzhausen-Externsteine gleich mehrere attraktive Ausflugsziele. Die Route schaffen auch Wandermuffel.

Dieser Sonntag ist perfekt. Klare, kühle Luft, Sonnenschein und kaum eine Wolke am Himmel. Dabei war es in der Nacht zuvor noch furchtbar stürmisch. „Echt tolles Wanderwetter", finden auch meine beiden Mitstreiter Friederike Redeker und Alexander Maaß.

Start des Rundwegs ist in Holzhausen-Externsteine. Ich bin etwas nervös, denn die Route ist mir noch ein kleines Rätsel. Ein Glück, dass neben dem Parkplatz ein großer Wanderplan steht. Schnell ist geklärt, dass der Weg die Kennung „A4" hat und den Namen „Der Ritterliche" trägt. Vor meinem inneren Auge spielen sich sofort wilde Ritterkämpfe ab – oh man, ich lese eindeutig zu viel Fantasy.

Genug Kopfkino. Ohne Ross dafür voller Motivation laufen wir los und kommen rund 50 Meter weit bis zum ersten Hinweisschild. „A1", „A2", „A3" aber „A4" fehlt. Ratlose Gesichter – also zurück zur Tafel. Ich schwitze jetzt schon. Die Ritter damals hatten bestimmt nicht solche Probleme. Nach genauerer Analyse beschließen wir erst dem Weg „A1" zu folgen. Nach etwa 200 Metern der ersehnte Hinweis, auch wenn der Richtungspfeil kaum zu erkennen ist.



Jetzt geht es richtig los. Nach einem kurzen Stück durch den Ort sind wir bald am Waldrand angelangt. Zur Linken erstreckt sich das kleine Holzhausener Skigebiet. Vorbei an der Grillhütte stehen wir plötzlich vor einem Holzkreuz. Etwas darunter ist ein Steinbecken mit Wasser. Die Infotafel verrät, dass es sich um die Sachsentaufe handelt. Bänke laden zum Verweilen ein, aber soweit sind wir ja noch nicht gekommen, also weiter. Es geht ein Stück zurück und dann folgt ein recht steiler Anstieg, die schwerste Stelle auf der gesamten Strecke. Am Wegesrand wachsen Blaubeerbüsche. Früchte lassen sich leider nich erbeuten. Kurz vor der Bergkuppe erscheint ein großer Stein in dem eingemeißelt „Vogeltaufe" steht. Es ist also der richtige Kurs – ich bin erleichtert.

Kaum ist der Anstieg geschafft, folgt die Belohnung. Wow! Ein einfach traumhafter Blick ins Tal. Völlig berauscht von der Aussicht will ich jetzt die Falkenburg erstürmen. Der Weg dahin ist eben und führt mitten durch den Wald. Hier und da unterbricht ein umgestürzter Baum den Pfad. Der nächtliche Sturm hat Spuren hinterlassen. Immer wieder kommen uns auch andere Wanderer und Fahrradfahrer entgegen und wir lernen: Wanderer sagen einander „Hallo".

Fotostrecke: Wandern in Lippe (6): Von den Externsteinen zur Falkenburg


Brav den Hinweisschildern folgend, müsste die Burg bald zu sehen sein. Die Spannung steigt. Doch schon bald herrscht Ernüchterung, als der Weg sich gabelt und „A4" anscheind zu Ende ist. Liebe Mitwanderer erklären uns, dass wir volle Lotte an der Burg vorbei marschiert sind. Kommando zurück. Ein Glück nicht so weit. An einer Gabelung haben wir übersehen, dass es zur Burg hoch geht. Beziehungsweise hoch gehen würde, wenn nicht gerade ein Bauzaun im Weg stünde. Besichtigungen sind derzeit nämlich nur im Rahmen einer Führung möglich. „Schade", sagen Alexander und Friederike. Finde ich auch, denn aus früherer Erfahrung weiß ich, dass die Ruine beeindruckend ist und der Blick hinunter auf Berlebeck, Heiligenkirchen und Schling einfach nur umwerfend.

Ein echter Ritter hätte den Verbotsschildern vielleicht getrotzt, aber wir gehen jetzt hinab ins Tal. Es folgt ja noch ein Abstecher zu den Externsteinen. Sind uns bis dahin nur vereinzelt Menschen begegnet, ändert sich das hier schlagartig. Unzählige Gruppen und Familien tummeln sich rund um das Naturdenkmal, Hunde bellen und der See ist bevölkert von Enten. Es kommt mir vor wie eine riesige Filmkulisse. Einfach immer wieder ein beeindruckender Anblick, auch für eine Urlipperin, wie mich.

Nach etwa drei Stunden kommen wir mit leicht geröteten Wangen am Auto an. Trotz einiger Irrungen und Wirrungen stelle ich fest, dass wir uns ritterlich geschlagen haben.

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