Beim Freiwilligen Sozialen Jahr wertvolle Erfahrungen sammeln

„Es ist schön, Kinder lachen zu sehen“

André Gallisch

Haben beide verlängert: (von links) Sandra Solecki und Paul Krüger haben jeweils nochmal sechs Monate auf ihr Freiwilliges Soziales Jahr an der Schule am Teutoburger Wald drauf gepackt. - © André Gallisch
Haben beide verlängert: (von links) Sandra Solecki und Paul Krüger haben jeweils nochmal sechs Monate auf ihr Freiwilliges Soziales Jahr an der Schule am Teutoburger Wald drauf gepackt. (© André Gallisch)

Horn-Bad Meinberg. Sandra Solecki und Paul Krüger haben noch nicht genug: Ihre Tätigkeit für Behinderte hat beiden so gut gefallen, dass sie sich noch weiter für die Menschen einsetzen wollen. Sie haben ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) verlängert.

Erfahrungen im Umgang mit Menschen mit Behinderung hatten Sandra Solecki und Paul Krüger vor gut einem Jahr kaum. Das hat sich in der Schule am Teutoburger Wald in Horn in den vergangenen zwölf Monaten gründlich geändert. Beide loben das Betriebsklima an der Schule. Ganz viele Dinge würden im Team mit den Lehrkräften bewältigt. Diese würden den FSJlern dabei mit sehr viel Respekt begegnen. Das Klima war sicher mitentscheidend dafür, dass Paul Krüger sagt: „Die Arbeit mit den Schülern macht einen Riesenspaß.“

Information
Freiwilliges Soziales Jahr

Das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) bietet jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren die Chance, nach Ablauf der Vollzeitschulpflicht bis zum Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums auf verschiedenen sozialen Gebieten tätig zu werden. Das FSJ dauert mindestens sechs Monate, die Höchstdauer sind 18 Monate. In Ausnahmefällen sind auch 24 Monate möglich. In der Schule am Teutoburger Wald gibt es momentan noch zwei freie Plätze. 14 FSJ-Stellen werden hier insgesamt bezuschusst. Die jungen Menschen erhalten während der Zeit eine Vergütung von 380 Euro im Monat. Wer Interesse an der abwechslungsreichen Tätigkeit hat – sehr gern werden auch junge Männer genommen –, kann nach zwei Hospitationstagen sofort anfangen. Auskunft gibt es hierzu bei Gabriele Fritsche unter Tel. 05234-20575-0.

Dabei geht es für die beiden jungen Menschen auch um pflegerische Tätigkeiten. Dazu gehören, je nach Grad der Behinderung des Schülers, auch das Wechseln von Windeln, Begleitung beim Toilettengang, Zähneputzen oder auch Hilfestellung beim Duschen. Begeisterung blitzt in den Augen von Paul Krüger und Sandra Solecki auf, wenn sie vom Schwimmkursus für Schwerstbehinderte sprechen, den sie neben den Lehrkräften begleiten. „Dabei geht es vor allem um die Sinneswahrnehmung der Schüler im Wasser“, sagt Solecki.

Im Unterricht in den Klassen sorgen die FSJler gemeinsam mit anderen Schülern für einen Schwerstbehinderten. „Da geht es sehr häufig um koordinative Aufgaben“, verdeutlicht Sandra Solecki. Dann spricht Paul Krüger vom „Talker“. Dabei handelt es sich um eine Art Tablet-Computer, mit dessen Hilfe Sprachunfähige sich ausdrücken können.

Neben den Tätigkeiten in den Klassen übernehmen die FSJler aber auch andere Dienste. So sind sie einmal die Woche auch für das Fegen des Schulhofs oder das Leeren der Mülleimer zuständig.

Der 20-Jährige wartet eigentlich auf einen Ausbildungsplatz zum Tischler. Nach dem Freiwilligen Sozialen Jahr kann er sich nun sehr gut vorstellen, dieser Ausbildung eine weitere zum Fachlehrer für eine Förderschule anzuhängen. Sandra Solecki hat einen Ausbildungsplatz als Erzieherin im kommenden Jahr sicher. Die Entscheidung der 19-Jährigen für einen Beruf in dieser Richtung habe sich in der Zeit an der Schule am Teutoburger Wald gefestigt.

Dann müssen beide auch schon wieder los. Sie haben zu tun. Zum Beispiel mit den Kindern im Bällchenbad. Hier würden wie im benachbarten Snoozel-Raum Anreize für die Wahrnehmung geschaffen. „Es ist einfach schön, sie lachen zu sehen“, sagt Sandra Solecki.

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