Schuld ist nur das „Wiener Blut“

Im Bad Meinberger Kurgastzentrum erleben die Zuschauer eine schwungvolle Aufführung. Die Darsteller der Johann-Strauss-Operette glänzen mit ihrem Gesang

Raphael Bartling

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- © Sven Koch
Operette (© Sven Koch)

Horn-Bad Meinberg. Das Ensemble der Johann-Strauss-Operette Wien ist im nicht ganz ausverkauften Bad Meinberger Kurgastzentrum zu Gast gewesen. Dort zeigten Solisten, Orchester, Ballett und Chor die Operette „Wiener Blut“.

Neben dem „Zigeunerbaron“ sowie der „Fledermaus“ ist sie eines von Strauss’ bekannteren Werken, in dem allerlei Hochwohlgeborene auf die Schippe genommen werden. Vor dem Hintergrund des Wiener Kongresses um 1815 dreht sich dabei vieles um Graf Balduin Zedlau (Giorgio Valenta), einen Diplomaten aus Reu-Schleiz-Greiz. Vor einiger Zeit erst mit der Wiener Komtesse Gabriele (Anja Markwart) vermählt, wurde er von ihr nach kurzer Zeit schon wieder verlassen.

Das veranlasste Graf Zedlau dazu, sich zum Lebemann zu entwickeln. Neben einer Affäre mit der Tänzerin Franziska Cagliari, der er seine Villa überlässt, versucht er zudem, mit der Probiermamsell Pepi Pleininger (Alice Waginger) anzubandeln. Das über weite Strecken überschnappende Verwirr- und Verwechselspiel beginnt in der Villa des Grafen Zedlau, wo Premierminister Fürst Ypsheim-Gindelbach (Dieter Kschwendt-Michel) auf Bitten des Grafen Franziska Cagliari als seine Frau vorstellt, um ein Zerwürfnis mit Gabriele zu verhindern. Ypsheim benennt allerdings die Gräfin als seine Frau. Später wird Zedlau von Gattin, Affäre und Eintagsliebe kurz hintereinander zur Rede gestellt.

Am Rande des Volksfestes in Hietzing fliegt die liebestrunkene Scharade schließlich auf. Alle Beziehungskrisen werden schneller bereinigt als jeder Rotweinfleck auf einer weißen Tischdecke. Graf und Gräfin entdecken ihre Liebe für einander neu, während Franziska Cagliari und der Premierminister zusammenfinden. Auch Pepi ist glücklich mit Kammerdiener Josef (Heinrich Schopf). Grund für alle triebhaften Kontroversen war letztendlich das viel zitierte, wild pulsierende „Wiener Blut“.

Musikalisch kann das Orchester mit klangvollen Intonationen begeistern. Gesanglich glänzt Elisabeth Jahrmann mit blendenden Spitzentönen. Bei den Herren können besonders Dieter Kschwendt-Michel und Giorgio Valenta mit seiner Tenorstimme das Publikum begeistern.

„Wir haben in der Vergangenheit schon häufiger Operetten und Musicals besucht und müssen sagen, dass uns die Darsteller mit ihrem Gesangstalent und auch die schwungvollen Balletteinlagen besonders gefallen haben“, finden Ruth und Wilhelm Schünemann aus Barntrup, die ihre Tickets beim LZ-Gewinnspiel gewonnen haben.

Am 19. Januar 2017 zeigt das Ensemble der Johann-Strauss-Operette Wien im Kurgastzentrum die Operette „Der Bettelstudent“.

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