Sternekoch verzaubert Gäste beim Gourmetfestival in Fissenknick

Anton Schmaus vom Storstad in Regensburg überzeugt mit bayerisch-schwedischer Küche

Manfred Brinkmeier

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Eine Einheit: Sternekoch Anton Schmaus posiert gemeinsam mit den Inhabern Holger und Birgit Lemke sowie dem Personal der Windmühle Fissenknick für ein Erinnerungsfoto. - © Gerhard Besler
Eine Einheit: Sternekoch Anton Schmaus posiert gemeinsam mit den Inhabern Holger und Birgit Lemke sowie dem Personal der Windmühle Fissenknick für ein Erinnerungsfoto. (© Gerhard Besler)

Horn-Bad Meinberg/Fissenknick. Von wegen – auf dem Lande ist nichts los! Tatort: die Windmühle Fissen-knick. Angebot: „Whisky-Tasting", „Gourmetfestivalmenü" und „Kochen mit Freunden". Ergebnis: dreimal ausgebucht.

Garant für den Höhepunkt war Anton Schmaus, der sich auf den weiten Weg gemacht hatte, den rund 70 erwartungsvollen Gästen ein Fünf-Gang-Menü vom Feinsten hinzuzaubern. Mit im Gepäck hatte der Sternekoch ein Rentier, eigens vom schwedischen Schwiegervater zerlegt.

Beherrscht sein Metier: Sternekoch Anton Schmaus hat gerade Pulpo zubereitet und träufelt hochkonzentriert etwas Soße in das Geschirr. Das Personal wartet derweil im Hintergrund. - © Gerhard Besler
Beherrscht sein Metier: Sternekoch Anton Schmaus hat gerade Pulpo zubereitet und träufelt hochkonzentriert etwas Soße in das Geschirr. Das Personal wartet derweil im Hintergrund. (© Gerhard Besler)

Doch bevor es soweit war, begrüßte Gerhard Besler, Präsident des Westfalen Institutes aus Dortmund, die Gäste: „Seit nunmehr sieben Jahren 
schicken wir unsere kulinarische Botschaft in die Region. Sie lautet: Wir müssen uns vor den Ballungsräumen nicht verstecken – zumindest was die Kochkunst betrifft." Symbolisch würden die zwölf am Westfalen-Gourmetfestival 2016 teilnehmenden Restaurants ihr Team mit einem Sternekoch verstärken.

Information
Karriere am Herd

Grundstein der Karriere von Anton Schmaus bildete 2002 seine Lehre im Ein-Sterne-Restaurant Landhaus Feckl in Ehingen. Weitere Stationen: 2005 Ristorante Santabbondio (ein Stern) in Lugano, 2006 Jöhri’s Talvo (zwei Sterne) in St. Moritz, 2007 das F12 (zwei Sterne) in Stockholm und 2008 das Per Se (drei Sterne) in New York. 2014 eröffnete Anton Schmaus das Storstad (schwedisch für Großstadt) im Regensburger Goliathhaus aus dem 13. Jahrhundert. Noch im Jahr der Eröffnung erhielt es einen Stern.

In Fissenknick stellte Anton Schmaus sein Können unter Beweis. Der 35-Jährige aus Regensburg hatte zu Beginn Pulpo auf dem Speiseplan. Der Tintenfisch ist sicher nicht jedermanns Sache – mit Passionsfrucht und Petersilienwurzel zubereitet, allerdings ein Genuss. Bei der anschließenden Wachtel überzeugte die Keule mit Ingwerkorn auf der ganzen Linie. Der Zander beim dritten Gang begeisterte vor allem mit der Beilage – bestehend aus Händlmeiersenf mit Sauerkraut und Mango.

Highlight des Abends aber war das Rentier. Anton Schmaus hatte es so unglaublich zart zubereitet, dass es auf der Zunge zerfiel. Und auch hier war die Kombination der Beilage mit Sellerie, Apfel und Moltebeere geradezu genial. Ein Dank an den Sternekoch auch für den süßen Abschluss. Bei der Birne Fudge mit Ingwer, Kardamomeis und heißem Karamell war so manches „ah" und „oh" an den Tischen zu vernehmen. Zum Menü gab es korrespondierende Weine von Karl Heinz Johner aus dem Kaiserstuhl und aus dem entfernten Neuseeland.

Kommentar: Beste Werbung für die Region

von Manfred Brinkmeier

Auch in Nordrhein-Westfalen steigt die Anzahl der Sternegastronomien kontinuierlich. Aber es braucht nicht unbedingt Sterne, um auf das verbesserte Niveau in vielen Restaurants unserer Region aufmerksam zu machen.

Die Windmühle Fissenknick und der Detmolder Hof, wo das Gourmetfestival am 21. Oktober Station macht, sind nur zwei Beispiele für ein erstklassiges kulinarisches Angebot, das regionale Produkte und Erzeugnisse mit einbezieht. Und so ganz nebenbei wird auch noch auf hohem Niveau ausgebildet.

Der Gast nimmt es dankbar an, wenn Restaurant-Besitzer mit Können und Kreativität überzeugen. Er ist zudem bereit, dafür auch entsprechend zu zahlen. Das ist also ein wichtiger wirtschaftlicher Gesichtspunkt – denn hier geht es um viele Arbeitsplätze. Aber nicht nur da: Gutgeführte Restaurants sind auch ein attraktives Aushängeschild. Beste Werbung also für Lippe und die gesamte Region.

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