Keine Winterpause für den Luftsportverein Egge

Jost Wolf

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In der Werkstatt: (von links) Uwe Wöltje, Sebastian Dietze und Manfred Dux bearbeiten eine Tragfläche.  - © Luftsportverein Egge
In der Werkstatt: (von links) Uwe Wöltje, Sebastian Dietze und Manfred Dux bearbeiten eine Tragfläche.  (© Luftsportverein Egge)

Horn-Bad Meinberg/Steinheim-Vinsebeck. Von Oktober bis Ostern ist Winter. Was für Autofahrer bei den Winterreifen gilt, passt auch für die Segelflieger des Horn-Bad Meinberger Luftsportvereins Egge. In dieser Zeit wird nicht geflogen. Trotzdem gibt es genug zu tun.

„Im Winter haben wir zu wenig Thermik", sagt Mitglied Andrea Heimann. Der durch Sonneneinstrahlung erzeugte Aufwind ist für die Höhengewinnung im Segelflug wichtig. „Und unser Flugplatz in Vinsebeck gibt einen Winterbetrieb nicht her." Die schweren Gerätschaften würden den Platz zerstören. Und wegen der Wildschweine müsse er im Winter sowieso abgesperrt werden.
„Stattdessen wartet und repariert unser ausgebildeter Werkstattleiter mit anderen Vereinsmitgliedern die Technik unserer acht vereinseigenen Segelflugzeuge", berichtet Heimann. „Unser Werkstattleiter verbringt im Jahr ungefähr 400 Stunden mit diesen Aufgaben." Auch auf die Technik der Winde, des Traktors, der die Flugzeuge zum Platzplatz zieht und des „Lepo", das Fahrzeug, was den Haken der Winde zum Segler bringt, werde mehr als nur ein prüfender Blick geworfen.

Flugschüler bekommen im Winter Theorieunterricht. „Der Segelflugschein ist schon mit 16 möglich", sagt Heimann, „aber es ist viel zu lernen." Der Vorstand befasst sich mit administrativen Dingen und bereitet die Jahreshauptversammlung vor. Und wer dann noch Zeit hat, der renoviert in diesem Jahr das Clubheim. Daneben gibt es natürlich Aktionen für das Miteinander im Verein wie die jährliche Winterwanderung.

Das beliebte Drachenfest, dass der Verein in der Vergangenheit immer organisiert hat, gibt es nicht mehr. „2018 hatten wir stattdessen einen Tag der offenen Tür", sagt Heimann. „Den wird es auch 2019 wieder geben – am 6. und 7. Juli." Das Drachenfest sei zwar wunderschön gewesen, habe aber wenig für die Nachwuchsgewinnung gebracht. „Und Nachwuchs brauchen wir, denn Segelflug ist ein Gemeinschaftssport." Allein für einen Start seien neben dem Piloten mindestens vier Leute notwendig, sagt Heimann: „Einer, der die Winde fährt. Einer, der die Tragfläche festhält. Einer, der die Telefonverbindung zur Winde hält und einer der den Lepo fährt." Bei 50 bis 60 Starts an einem schönen Sommerwochenende sei das eine Menge Arbeit. Heimann: „Wir gehen schon davon aus, dass ein Mitglied einen ganzen Tag am Wochenende auf dem Flugplatz verbringt." Schließlich halte die ehrenamtliche Arbeit aller Mitglieder die Kosten des Hobbys auch für alle niedrig.

Information

Eigenes Gelände seit 1962


1952 ist der Luftsportverein Egge von Segelfliegern aus dem Raum Horn und Meinberg gegründet worden. Die ersten zehn Jahre war der Verein als Gastgruppe auf verschiedenen Flugplätzen der Umgebung zuhause. „1962 fand man das Gelände auf dem Frankenberg nahe Vinsebeck und baute es zu einem Segelfluggelände aus", schreibt der Verein auf seiner Homepage. „Die Thermik war hier gut und man hatte einige Aufwindhänge bei Ostwind." Der Mittelgebirgszug Egge gab dem Verein einen neuen Namen, als sich der Einzugsbereich der Mitglieder auch auf den Kreis Höxter erweiterte. Nach dem heutigen Stand sind im Verein knapp 100 Mitglieder gemeldet. Davon sind zurzeit etwa 40 aktiv. Der Verein verfügt über acht Segelflugzeuge. Weitere acht Segelflugzeuge werden von Mitgliedern in privater Halterschaft betrieben. 

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