Leerstand in Rehakliniken: "Tun alles, um die Krankenhäuser zu entlasten"

Dieter Asbrock

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Mit dem Hashtag #BackupReha appellieren Mitarbeiter/innen aller Kliniken der Dr. Becker Klinikgruppe an die Politik, das vorgestellte Gesetz nachzubessern, damit der aktuelle Leerstand in den Rehakliniken finanziert wird. Sie freuen sich über Unterstützung. - © Dr. Becker Klinikgruppe
Mit dem Hashtag #BackupReha appellieren Mitarbeiter/innen aller Kliniken der Dr. Becker Klinikgruppe an die Politik, das vorgestellte Gesetz nachzubessern, damit der aktuelle Leerstand in den Rehakliniken finanziert wird. Sie freuen sich über Unterstützung. (© Dr. Becker Klinikgruppe)

Horn-Bad Meinberg. In der Brunnen-Klinik Bad Meinberg stehen Betten leer. Sie könnten für die Behandlung von Corona-Patienten genutzt werden. Wie andere Reha-Kliniken hatte auch die Dr.-Becker-Klinikgruppe einer Pressemitteilung zufolge eine Vergütung des Leerstandes durch die Regierung angemahnt. Mit Erfolg: Es gilt als sicher, dass der Bundesrat am Freitag wie zuvor der Bundestag am Mittwoch ein entsprechendes Gesetz beschließen wird.

„Wir, die Reha, sind ein Teil des Gesundheitssystems, und wir tun alles, um dieses im Angesicht dieser Krise zu stärken und die Krankenhäuser zu entlasten", sagt Bastian Liebsch, Geschäftsführer der Dr.-Becker-Klinikgruppe. „Wir möchten in jedem Fall verhindern, dass unsere Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern vor schwerwiegende Entscheidungen gestellt werden, weil nicht ausreichend Betten zur Verfügung stehen – wie wir es leider momentan in Italien sehen müssen." Die Häuser der Klinikgruppe hätten daher Kapazitäten für die Unterbringung und Versorgung von Patienten zur Verfügung gestellt.

Mitarbeiter fordern Anpassung des Gesetzes

„Wir haben gute Voraussetzungen für die Isolation von leichter betroffenen Corona-Patienten", sagt Stephanie Witzke, Verwaltungsdirektorin der Brunnen-Klinik. „Alle Patienten werden in Einzelzimmern untergebracht, und wir haben medizinisch geschultes Personal. So können Covid-Patienten hier behandelt werden, sofern wir ausreichend externe Unterstützung erhalten."

Bereits vergangene Woche hatte die Klinik dem Gesundheitsamt ihre Hilfe zugesagt und freie Betten zur Verfügung gestellt. Zwei Tage später folgte ein Aufruf des NRW-Gesundheitsministeriums an alle Rehakliniken mit der Bitte, die Krankenhäuser im Kampf gegen Corona zu unterstützen. „Wir sind ihr Backup. Wir sind fest entschlossen, unseren Teil dazu beizutragen, dass alle die Corona-Krise gut überstehen", sagt Witzke.

Die Verwaltungsdirektorin zeigt sich erleichtert über das nun verabschiedete Gesetz zur Entlastung von Krankenhäusern und Reha-Kliniken. „Die Politik hatte in ihren Gesetzentwürfen nach den Nachbesserungen für die Krankenhäuser die Reha mit ihren rund 120.000 Beschäftigten nicht ausreichend berücksichtigt. Dagegen mussten wir mobil machen." Für Betten, die in Rehakliniken leer stehen, war im Gesetzentwurf zunächst keine finanzielle Erstattung vorgesehen. „Das hätte viele Reha-Kliniken in den Bankrott getrieben", so Witzke.

Information

Dr. Becker Brunnen-Klinik

Die Klinik ist auf psychotherapeutische und psychosomatische Rehabilitation spezialisiert. Mehr als 1950 Patienten werden hier jährlich versorgt. Behandlungsschwerpunkte sind Depressionen, Angsterkrankungen, psychosomatische Beschwerden und Krankheitsbewältigung bei körperlichen Erkrankungen wie z.B. Tinnitus sowie die Behandlung älterer Menschen (Gerontopsychosomatik). Die Brunnen-Klinik hat rund 100 Beschäftigte. Sie bietet Rehabilitationsleistungen für Patienten aller Kassen und Rentenversicherer sowie für Privatpatienten, Beihilfeempfänger und Selbstzahler an.

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