Corona-Helfer werden für Unfallrettung belobigt

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Oberstabsgefreiter Christopher Kahs (vorne) und Hauptgefreiter Alex Schröder kamen einer Autofahrerin auf der Nordstraße in Horn zur Hilfe. Beide unterstützen in Corona-Zeiten das Gesundheitsamt des Kreises bei der Kontaktnachverfolgung. - © Bundeswehr / Martin Waltemathe
Oberstabsgefreiter Christopher Kahs (vorne) und Hauptgefreiter Alex Schröder kamen einer Autofahrerin auf der Nordstraße in Horn zur Hilfe. Beide unterstützen in Corona-Zeiten das Gesundheitsamt des Kreises bei der Kontaktnachverfolgung. (© Bundeswehr / Martin Waltemathe)

Augustdorf. Christopher Kahs und Alex Schröder sind für ihren Einsatz von der Bundeswehr belobigt worden. Sie haben bei einem Unfall in Horn geholfen, als sie gerade von einem Corona-Hilfe-Einsatz zurückkehrten, teilt die Bundeswehr mit.

Beide Soldaten machen sich an diesem Donnerstagabend im April gemeinsam auf den Heimweg nach Paderborn. Die Soldaten der Stabsfernmeldekompanie der Panzerbrigade 21 „Lipperland" aus Augustdorf helfen in der Corona-Krise seit mehreren Monaten den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes bei der Kontaktnachverfolgung von positiv getesteten Bürgern. Stundenlang ermitteln Oberstabsgefreiter Kahs und Hauptgefreiter Schröder per Telefon mögliche Infektionsketten, sprechen mit Angehörigen von Corona-Patienten und beantworten geduldig Fragen.

Beide sind froh, als sie am frühen Abend im Auto sitzen. Wenig später kommt ihnen auf der Nordstraße in Horn ein roter Kleinwagen entgegen. „Ohne erkennbaren Grund kam der Wagen von der Fahrbahn ab und überschlug sich", berichtet Christopher Kahs, der sofort mit weiteren Helfern der Fahrerin des Unfallwagens zur Hilfe eilt. Alex Schröder alarmiert die Rettungskräfte sowie die Polizei und sichert die Gefahrenstelle ab. Kahs gelingt es, die Seitenscheibe des Autos einzudrücken und die Fahrerin unverletzt aus dem Fahrzeug zu befreien. „Der Rettungswagen war keine fünf Minuten nach meinem Anruf an der Unfallstelle", weiß Schröder zu berichten. Die Rettungskräfte nahmen die Unfallfahrerin mit ins Krankenhaus. Nach Eintreffen der Polizei steht die Befragung als Unfallzeugen auf dem Programm, ehe Kahs und Schröder endgültig den Heimweg nach Paderborn antreten können.

Wer soll helfen, wenn nicht wir? 

Von einer besonderen „Heldentat" wollen beide nicht sprechen. Für sie ist ihr Eingreifen eher eine Selbstverständlichkeit, die mit dem Soldatenberuf zu tun hat. „Wir wiederholen jedes Jahr die Sanitätsausbildung. Das schafft Routine und macht uns handlungssicher", erklärt Christopher Kahs die Hintergründe. Soldaten seien gut ausgebildet und daher besonders verpflichtet in Notlagen zu helfen, ist sich der 28-Jährige Hobbyfußballer sicher.

Alex Schröder, der sich in seiner Freizeit leidenschaftlich dem Modellbau widmet, pflichtet seinem Kameraden aus der Stabsfernmeldekompanie bei: „Wer soll helfen, wenn nicht wir?" Nach ihrem Einsatz auf der Nordstraße kümmern sich Christopher Kahs und Alex Schröder nun wieder um ihren ursprünglichen „Helfer-Job" und arbeiten gemeinsam mit den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes sowie vieler ihrer Kameraden an der Bewältigung der Corona-Pandemie.

Die Rückkehr in ein normales gesellschaftliches Leben wünschen sich beide: Christopher Kahs vermisst die Fahrten mit seinen Freunden ins Dortmunder Stadion, Schröder möchte wieder unbeschwert an alten Autos schrauben. „Die beiden Augustdorfer Soldaten haben ihren Beitrag geleistet", schreibt die Bundeswehr.

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